{"id":10195,"date":"2021-09-14T18:09:57","date_gmt":"2021-09-14T16:09:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/?p=10195"},"modified":"2021-09-14T18:09:59","modified_gmt":"2021-09-14T16:09:59","slug":"pflicht-von-influencern-ihre-instagram-beitraege-als-werbung-zu-kennzeichnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/pflicht-von-influencern-ihre-instagram-beitraege-als-werbung-zu-kennzeichnen\/","title":{"rendered":"Pflicht von Influencern, ihre Instagram-Beitr\u00e4ge als Werbung zu kennzeichnen"},"content":{"rendered":"\n<p>Wir berichteten <a href=\"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/?s=Influencer\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">hier<\/a> schon des \u00d6fteren \u00fcber Influencer-Postings und die Kennzeichnungspflicht von Werbebeitr\u00e4gen. Wann eine Pflicht f\u00fcr Influencer besteht, ihre Postings als Werbung zu kennzeichnen, erfahren Sie in diesem Artikel!<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>BGH zur Kennzeichnungspflicht bei Tap Tags<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Tap Tags sind Markierungen in Instagram-Posts, die&nbsp;erst durch ein Antippen des Instagram-Nutzers sichtbar werden. Markiert werden h\u00e4ufig Firmen oder Hersteller auf ihren Artikeln, die in dem geposteten Bild zu sehen sind. Durch ein weiteres Tippen gelangt der Nutzer oder die Nutzerin dann auf deren Seite.<\/p>\n\n\n\n<p>Der BGH entschied, dass Influencer bei Fotos mit Produkten, welche einen Hinweis auf Firmen haben, auf Werbung nur verweisen m\u00fcssen, wenn sie gesch\u00e4ftlich f\u00fcr die Firma arbeiten (BGH, Urteil von 09.092021 &#8211; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2090\/20\" title=\"BGH, 09.09.2021 - I ZR 90\/20: Zur Pflicht von Influencerinnen, ihre Instagram-Beitr&auml;ge als Werb...\">I ZR 90\/20<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20125\/20\" title=\"BGH, 09.09.2021 - I ZR 125\/20: Influencer II - Wettbewerbsversto&szlig; durch Schleichwerbung in den ...\">I ZR 125\/20<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20126\/20\" title=\"BGH, 09.09.2021 - I ZR 126\/20: Vorstellen von kommerziellen Inhalten unter Abbildung einer Pers...\">I ZR 126\/20<\/a>). Eine gesch\u00e4ftliche Handlung zugunsten eines fremden Unternehmens liegt dabei nach Ansicht des BGH vor, wenn der Beitrag \u00fcbertrieben werblich ist. Also, wenn sie f\u00fcr das Posting eine Gegenleistung erhalten. Diese Rechtsproblematik betrifft oftmals F\u00e4lle von Tap Tags, wo Influencer nur auf die einzelnen Marken verweisen.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rechtstipp<\/strong>: Allein der Umstand, dass Bilder, auf denen das Produkt abgebildet ist, mit Tap Tags versehen ist, reicht f\u00fcr die Annahme eines solchen werblichen \u00dcberschusses nicht aus.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Influencer &#8211; eigenes Unternehmen<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Der BGH \u00e4u\u00dferte sich auch \u00fcber die Unternehmereigenschaft von Influencern, die mittels eines sozialen Mediums wie Instagram Waren vertrieben, Dienstleistungen anbieten oder das eigene Image vermarkteten. Die Ver\u00f6ffentlichung von Beitr\u00e4gen dieser Influencer in dem sozialen Medium sei demnach geeignet, ihre Bekanntheit und ihren Werbewert zu steigern und damit ihr eigenes Unternehmen zu f\u00f6rdern. Jedoch reicht das allein nicht aus, um eine Gegenleistung des verlinkten Unternehmens zu bejahen. Daf\u00fcr bedarf es dann schon einer konkreten Gegenleistung, damit der Beitrag nach seinem Gesamteindruck als \u201e\u00fcbertrieben werblich\u201c einzustufen ist und damit einer Kennzeichnungspflicht unterliegt.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Achtung: Grenze ist der Gesamteindruck<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>In einem anders gelagerten Fall urteilte der BGH aber gegen den Influencer und nahm einen Versto\u00df gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb an, weil eine Gegenleistung vorlag und der Post nicht als Werbung gekennzeichnet wurde.\u00a0<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eDas Nichtkenntlichmachen des kommerziellen Zwecks eines mit &#8222;Tap Tags&#8220; und Verlinkungen versehenen Beitrags ist regelm\u00e4\u00dfig geeignet, den Verbraucher zu einer gesch\u00e4ftlichen Entscheidung &#8211; dem Anklicken des auf das Instagram-Profil des Herstellers f\u00fchrenden Links &#8211; zu veranlassen, die er andernfalls nicht getroffen h\u00e4tte.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Der Gesamteindruck des Postings lies mangels Kennzeichnung als Werbung die darin liegende kommerzielle Kommunikation beziehungsweise Werbung nicht klar als solche zu erkennen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong>&nbsp;<\/h2>\n\n\n\n<p>Influencer m\u00fcssen nicht immer ihre Beitrag als Werbung kennzeichnen! F\u00fcr die Pr\u00fcfung, ob ein Beitrag \u201e\u00fcbertrieben werblich\u201c ist, bedarf es naturgem\u00e4\u00df einer umfassenden W\u00fcrdigung des gesamten Postings, dem Postingverhalten und der Timeline. Dabei sollten Sie wissen, dass &#8222;allein der Umstand, dass Bilder, auf denen das Produkt abgebildet ist, mit Tap Tags versehen sind, f\u00fcr die Annahme eines solchen werblichen \u00dcberschusses nicht ausreicht&#8220; (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20126\/20\" title=\"BGH, 09.09.2021 - I ZR 126\/20: Vorstellen von kommerziellen Inhalten unter Abbildung einer Pers...\">I ZR 126\/20<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%2090\/20\" title=\"BGH, 09.09.2021 - I ZR 90\/20: Zur Pflicht von Influencerinnen, ihre Instagram-Beitr&auml;ge als Werb...\">I ZR 90\/20<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=I%20ZR%20125\/20\" title=\"BGH, 09.09.2021 - I ZR 125\/20: Influencer II - Wettbewerbsversto&szlig; durch Schleichwerbung in den ...\">I ZR 125\/20<\/a>).&nbsp;&nbsp;Es bedarf immer einer \u201e\u00fcbertriebenen Werblichkeit\u201c.<\/p>\n\n\n\n<p>Der BGH zieht dennoch nicht eindeutige und klare Grenzen, wann der Gesamteindruck des Postings \u201e\u00fcbertrieben werblich\u201c ist. Wir k\u00f6nnen aber festhalten, dass Schleichwerbung immer dann vorliegt, wenn redaktionelle Texte und Werbung nicht hinreichend deutlich voneinander abgegrenzt werden. Es kommt also darauf an, dass es f\u00fcr den Betrachter deutlich ist, dass er jetzt Werbung sieht. Im kommenden Jahr soll eine Regelung in Kraft treten, die Influencern mehr Klarheit bringen soll, als die BGH Rechtsprechung. Wir berichten dann wieder auf unserem Blog!<\/p>\n\n\n\n<p>Wir raten Ihnen bis dahin, wenn Sie auf Social Media Werbung betreiben, dass Sie diese Postings auch immer \u201esauber\u201c als Werbung kennzeichnen. Dann kann man Ihnen keinen Vorwurf der Vermischung von Beitr\u00e4gen und der Schleichwerbung machen. Seien Sie ehrlich, das l\u00e4sst Sie auch bei den Followern authentischer wirken. Geht es ihren Followern aber nur darum zu wissen, von welcher Marke ein Kleidungsst\u00fcck ist, w\u00fcrde nach der BGH Rechtsprechung keine \u201e\u00fcbertriebene Werblichkeit\u201c vorliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie haben Fragen zum Thema Social Media? Sie ben\u00f6tigen Beratung bei Ihrem Medienunternehmen? Unser im Social Media Recht spezialisiertes Team steht Ihnen gerne schnell und unkompliziert zur Seite und ber\u00e4t Sie gern. Melden Sie sich bei uns!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wir berichteten hier schon des \u00d6fteren \u00fcber Influencer-Postings und die Kennzeichnungspflicht von Werbebeitr\u00e4gen. Wann eine Pflicht f\u00fcr Influencer besteht, ihre Postings als Werbung zu kennzeichnen, erfahren Sie in diesem Artikel! BGH zur Kennzeichnungspflicht bei Tap Tags Tap Tags sind Markierungen in Instagram-Posts, die&nbsp;erst durch ein Antippen des Instagram-Nutzers sichtbar werden. 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