{"id":173,"date":"2009-07-24T14:06:43","date_gmt":"2009-07-24T13:06:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.wklegal.de\/wkblog\/2009\/07\/24\/olg-koln-wlan-sharing-ist-wettbewerbswidrig\/"},"modified":"2009-07-24T14:06:43","modified_gmt":"2009-07-24T13:06:43","slug":"olg-koln-wlan-sharing-ist-wettbewerbswidrig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/olg-koln-wlan-sharing-ist-wettbewerbswidrig\/","title":{"rendered":"OLG K\u00f6ln: WLAN-Sharing ist wettbewerbswidrig"},"content":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht K&ouml;ln hat in seiner Entscheidung vom 5. Juni 2009 (AZ: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=6%20U%20223\/08\" title=\"OLG K&ouml;ln, 05.06.2009 - 6 U 223\/08: Kommerzielles WLAN-Sharing wettbewerbswidrig\">6 U 223\/08<\/a>) die Entscheidung der Vorinstanz des LG K&ouml;ln (AZ: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=33%20O%20210\/07\" title=\"LG K&ouml;ln, 11.11.2008 - 33 O 210\/07: Unterlassungsanspruch nach dem Gesetz gegen den unlauteren W...\">33 O 210\/07<\/a>) best&auml;tigt, dass das kommerzielle Angebot von WLAN-Sharings gegen die Grunds&auml;tze des Wettbewerbsrechts verst&ouml;&szlig;t.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Tenor:<\/p>\n<p>Die Berufung der Beklagten gegen das am 11.11.2008 verk&uuml;ndete Urteil der 33. Zivilkammer des Landgerichts K&ouml;ln &ndash; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=33%20O%20210\/07\" title=\"LG K&ouml;ln, 11.11.2008 - 33 O 210\/07: Unterlassungsanspruch nach dem Gesetz gegen den unlauteren W...\">33 O 210\/07<\/a> &ndash; wird zur&uuml;ckgewiesen mit der Ma&szlig;gabe, dass der (Unterlassungs-) Ausspruch zu Nr. I 1 wie folgt lautet:<\/p>\n<p>Die Beklagten werden verurteilt, es unter Androhung eines vom Gericht f&uuml;r jeden Fall der Zuwiderhandlung festzusetzenden Ordnungsgeldes bis zu 250.000 &euro; &ndash; ersatzweise Ordnungshaft &ndash; oder von Ordnungshaft bis zu sechs Monaten zu unterlassen,<\/p>\n<p>im gesch&auml;ftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs<\/p>\n<p>Internetnutzern im Rahmen der Mitgliedschaft an einer Internetgemeinschaft die Nutzung von Breitband-Internetzug&auml;ngen Dritter, die ebenfalls als Mitglied an der Internetgemeinschaft beteiligt sind, zu erm&ouml;glichen,<\/p>\n<p>soweit die betreffenden Breitband-Internetzug&auml;nge von der Kl&auml;gerin den Dritten als ihren Privatkunden gegen ein vom tats&auml;chlichen Umfang der Nutzung unabh&auml;ngiges pauschales Entgelt zur Verf&uuml;gung gestellt werden (Flatrate),<\/p>\n<p>insbesondere wenn die Beklagte von Mitgliedern der Internetgemeinschaft f&uuml;r die Nutzung der Breitband-Internetzug&auml;nge Entgelte erhebt und\/oder erh&auml;lt.<\/p>\n<p>Die weiteren Kosten des Rechtsstreits haben die Beklagten zu tragen.<\/p>\n<p>Das Urteil ist vorl&auml;ufig vollstreckbar. Die Beklagten k&ouml;nnen jedoch die Vollstreckung des Unterlassungs- und Auskunftsausspruchs durch Sicherheitsleistung abwenden, wenn nicht die Kl&auml;gerin vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher H&ouml;he leistet. Die Sicherheitsleistung betr&auml;gt hinsichtlich der Unterlassung 200.000 &euro; und hinsichtlich der Auskunft 25.000,00 &euro;. Die Vollstreckung im &Uuml;brigen k&ouml;nnen die Beklagten durch Sicherheitsleistung in H&ouml;he von 110 % des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Kl&auml;gerin vor der Vollstreckung Sicherheit in H&ouml;he von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.<\/p>\n<p>Die Revision wird zugelassen.<\/p>\n<p><strong><span style=\"text-decoration: underline\">G r &uuml; n d e<\/span><\/strong><\/p>\n<p>I.<\/p>\n<p>Die Kl&auml;gerin, ein Internetserviceprovider, bietet ihren Kunden Breitband- (DSL-) Internetzug&auml;nge &uuml;ber kabelgebundene Datennetze (z.B. Telefonfestnetz) an, die mit Hilfe eines geeigneten (Funk-) Ger&auml;ts (WLAN-Router) von den Endger&auml;ten eines kabellosen lokalen Netzwerks (WLAN) aus genutzt werden k&ouml;nnen. Sie berechnet ihren Kunden, wie in der Branche &uuml;blich, f&uuml;r den Internetzugang in der Regel unabh&auml;ngig vom tats&auml;chlichen Umfang der Nutzung ein pauschales Entgelt (Flatrate); gegen zus&auml;tzliche Verg&uuml;tung kann man bei ihr einen mobilen Dienst buchen, der es den Kunden erm&ouml;glicht, das Internet auch unterwegs, au&szlig;erhalb des eigenen station&auml;ren Netzanschlussbereichs zu nutzen. Sie selbst hat (als sogenannter Reseller) ein vom Volumen der Daten&uuml;bertragung abh&auml;ngiges Entgelt an den jeweiligen Netzbetreiber zu zahlen.<\/p>\n<p>Die Beklagten (eine weltweit operierende Gesellschaft britischen Rechts und ihre deutsche Tochtergesellschaft) werben daf&uuml;r, sich als registriertes Mitglied einer Gemeinschaft von Internetnutzern (&quot;G E&quot;) anzuschlie&szlig;en und in diesem Rahmen seinen Breitband-Internetzugang mit anderen Mitgliedern zu teilen. Zu diesem Zweck stellen sie Mitgliedern mit eigenem, von der Kl&auml;gerin oder anderen Providern zur Verf&uuml;gung gestellten Internetzugang (&quot;Gf&quot;) einen WLAN-Router nebst Software (in der Regel entgeltlich) zur Verf&uuml;gung, &uuml;ber den sie ihren Internetzugang rund um die Uhr f&uuml;r die Nutzung durch andere, von der Beklagten vermittelte Nutzer (in Funkreichweite via WLAN) &ouml;ffnen; der Zugang wird so zu einer Einwahlstation f&uuml;r die anderen Mitglieder (&quot;G Hotspot&quot;). Die Beklagten unterscheiden drei Typen von Mitgliedern: Ein &quot;Linus&quot; stellt seinen Internetzugang kostenlos zur Verf&uuml;gung und erh&auml;lt im Gegenzug kostenfreien Zugang zu den anderen &quot;G Hotspots&quot;. Ein &quot;Bill&quot; erh&auml;lt einen Teil des Erl&ouml;ses aus dem Verkauf von Tagestickets. Diese Tickets m&uuml;ssen die &quot;Aliens&quot; genannten Mitglieder ohne &quot;Linus&quot;-Status f&uuml;r die Nutzung von Zugangspunkten (n&auml;mlich der von den &quot;Linusses&quot; oder &quot;Bills&quot; er&ouml;ffneten &quot;G Hotspots&quot;) bei den Beklagten erwerben.<\/p>\n<p>Das Landgericht, auf dessen Urteil verwiesen wird, hat die Beklagten antragsgem&auml;&szlig; zur Unterlassung und Auskunft verurteilt sowie ihre Schadensersatzpflicht festgestellt. Die tenorierte Unterlassungsverpflichtung geht dahin,<\/p>\n<p>im gesch&auml;ftlichen Verkehr zu Zwecken des Wettbewerbs Internetnutzern im Rahmen der Mitgliedschaft an einer Internetgemeinschaft die Nutzung von Breitband-Internetzug&auml;ngen Dritter, die ebenfalls als Mitglied in der Internetgemeinschaft beteiligt sind, zu erm&ouml;glichen, soweit Breitband-Internetzug&auml;nge betroffen sind, die die Kl&auml;gerin den Dritten als ihren Kunden zur Verf&uuml;gung stellt, insbesondere wenn die Beklagte von Mitgliedern der Internetgemeinschaft f&uuml;r die Nutzung der Breitband-Internetzug&auml;nge Entgelte erhebt und\/oder erh&auml;lt.<\/p>\n<p>Mit ihrer eine fehlerhafte Anwendung des materiellen Rechts r&uuml;genden Berufung erstreben die Beklagten die Abweisung der Klage. Die Kl&auml;gerin verteidigt das angefochtene Urteil.<\/p>\n<p>II.<\/p>\n<p>Die zul&auml;ssige Berufung bleibt in der Sache ohne Erfolg; die vom Senat vorgenommene Erg&auml;nzung der Urteilsformel ist nur redaktioneller Art.<\/p>\n<p>1. Das Landgericht hat einen wettbewerbsrechtlichen Unterlassungsanspruch der Kl&auml;gerin (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/3.html\" title=\"&sect; 3 UWG: Verbot unlauterer gesch&auml;ftlicher Handlungen\">&sect;&sect; 3<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/8.html\" title=\"&sect; 8 UWG: Beseitigung und Unterlassung\">8 Abs. 1 und Abs. 3 Nr. 1 UWG<\/a>) zu Recht bejaht. Die umfassende &Uuml;berpr&uuml;fung des angefochtenen Urteils durch den Senat auf der Grundlage des in zweiter Instanz unstreitigen Sachverhalts, der rechtlichen Argumentation der Beklagten im Berufungsrechtszug sowie der zwischenzeitlich in Kraft getretenen Neufassung des UWG f&uuml;hrt zu keinem anderen Ergebnis. Wie bereits die Kammer mit zutreffenden Erw&auml;gungen ausgef&uuml;hrt hat, stellt sich das angegriffene Gesch&auml;ftsmodell der Beklagten insgesamt als wettbewerbswidrig dar, weil es bei Abw&auml;gung aller Umst&auml;nde unlauter und geeignet ist, die Interessen der Kl&auml;gerin als Mitbewerberin, aber auch anderer Marktteilnehmer sp&uuml;rbar zu beeintr&auml;chtigen (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/3.html\" title=\"&sect; 3 UWG: Verbot unlauterer gesch&auml;ftlicher Handlungen\">&sect; 3 Abs. 1 UWG<\/a>).<\/p>\n<p>a) Die Parteien sind Mitbewerber, denn sie stehen zueinander als Anbieter von Dienstleistungen in einem konkreten Wettbewerbsverh&auml;ltnis (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UWG: Begriffsbestimmungen\">&sect; 2 Abs. 1 Nr. 3 UWG<\/a>). Ein solches Wettbewerbsverh&auml;ltnis, an dessen Bestehen im Interesse eines wirksamen wettbewerbsrechtlichen Individualschutzes keine hohen Anforderungen zu stellen sind (BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202004,%20877\" title=\"BGH, 24.06.2004 - I ZR 26\/02: Zur Zul&auml;ssigkeit von Werbeblockern - Fernsehfee\">GRUR 2004, 877<\/a> [878] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202004,%201272\" title=\"BGH, 24.06.2004 - I ZR 26\/02: Zur Zul&auml;ssigkeit von Werbeblockern - Fernsehfee\">WRP 2004, 1272<\/a> &ndash; Werbeblocker; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=BGHZ%20168,%20314\" title=\"BGH, 13.07.2006 - I ZR 241\/03: Prostitutionswerbung und Jugendschutz\">BGHZ 168, 314<\/a> = BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202006,%201042\" title=\"BGH, 13.07.2006 - I ZR 241\/03: Prostitutionswerbung und Jugendschutz\">GRUR 2006, 1042<\/a> [Rn. 16] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202006,%201502\" title=\"BGH, 13.07.2006 - I ZR 241\/03: Prostitutionswerbung und Jugendschutz\">WRP 2006, 1502<\/a> &ndash; Kontaktanzeigen; f&uuml;r eine weite, differenzierende dogmatische Konzeption des Begriffs jetzt auch K&ouml;hler, WRP 2009, 499 [503 ff.]), liegt jedenfalls vor, wenn Unternehmen, sei es auch auf verschiedenen Wirtschaftsstufen (BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%201999,%2069\" title=\"BGH, 23.04.1998 - I ZR 2\/96: Preisvergleichsliste II - Vergleichende Werbung\">GRUR 1999, 69<\/a> [70] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%201998,%201065\" title=\"BGH, 23.04.1998 - I ZR 2\/96: Preisvergleichsliste II - Vergleichende Werbung\">WRP 1998, 1065<\/a> &ndash; Preisvergleichsliste II), auf demselben sachlich, r&auml;umlich und zeitlich relevanten Markt agieren, so dass die beanstandete Wettbewerbshandlung das andere Unternehmen, auch wenn sich dessen Kundenkreis und Angebot nur teilweise mit dem eigenen decken, in seinem Absatz st&ouml;ren kann (st. Rspr.: BGH <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202007,%201079\" title=\"BGH, 29.03.2007 - I ZR 122\/04: Bundesdruckerei\">GRUR 2007, 1079<\/a> [Rn. 18, 22] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202007,%201346\" title=\"BGH, 29.03.2007 - I ZR 122\/04: Bundesdruckerei\">WRP 2007, 1346<\/a> &ndash; Bundesdruckerei m.w.N.; dar&uuml;ber hinaus vgl. Senat, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR-RR%202006,%205\" title=\"OLG K&ouml;ln, 09.09.2005 - 6 U 90\/05: Zeitversetzte Wiedergabe von Fernsehprogrammen im Internet - ...\">GRUR-RR 2006, 5<\/a> [6 f.] &ndash; Personal Video Recorder; K&ouml;hler, a.a.O. [504]).<\/p>\n<p>So liegt es im Streitfall, denn beide Parteien sprechen Nachfrager von Internetzug&auml;ngen an, wobei die kabelgebundene oder kabellose Art des Zugangs (DSL mit oder ohne WLAN) nicht entscheidend ist, wie die Berufung selbst betont. Auch steht einem Wettbewerbsverh&auml;ltnis nicht entgegen, dass die Beklagte als &quot;Linus&quot; oder &quot;Bill&quot; nur solche Internetnutzer anspricht, die bereits &uuml;ber einen von einem Provider (wie der Kl&auml;gerin) zur Verf&uuml;gung gestellten station&auml;ren Internetzugang verf&uuml;gen; ausschlaggebend ist vielmehr, dass derjenige, der sich als &quot;Linus&quot; oder &quot;Alien&quot; f&uuml;r die Nutzung eines von der Beklagten vermittelten &quot;G Hotspots&quot; entscheidet, damit zugleich (sei es vor&uuml;bergehend, sei es dauerhaft) auf entsprechende (station&auml;re oder mobile) Angebote der Kl&auml;gerin und anderer Provider verzichtet. Dass die Beklagte erst recht mit m&ouml;glichen gewerblichen Abnehmern der Kl&auml;gerin auf der n&auml;chsten Wirtschaftsstufe, n&auml;mlich den Anbietern von Internetcaf&eacute;s oder Hotspots in &ouml;ffentlich zug&auml;nglichen R&auml;umen (Flugh&auml;fen, Bahnh&ouml;fen, Hotels, Restaurants) konkurriert, hat sie erstinstanzlich selbst vorgetragen.<\/p>\n<p>b) Das mit der Klage angegriffene, in der Urteilsformel n&auml;her beschriebene Verhalten der Beklagten stellt sich unter Abw&auml;gung aller betroffenen Individual- und Allgemeininteressen als wettbewerblich unlauter dar. Wie in der Berufungsverhandlung er&ouml;rtert, weist die von der Beklagten unstreitig in Gewinnerzielungsabsicht betriebene &quot;G E&quot; (auf rein idealistische Motive hat sie sich in zweiter Instanz nicht mehr berufen und nichtkommerzielle Formen der Vermittlung kabelloser Internetzug&auml;nge an Dritte ohne eigenen DSL-Zugang sind nicht Gegenstand des Rechtsstreits) bereits Anzeichen einer drohenden Marktst&ouml;rung (allgemeinen Marktbehinderung) auf. In ihrer konkreten Form wirkt sie indessen &ndash; ohne dass es im Ergebnis auf die Subsumtion unter den betreffenden Beispielstatbestand entscheidend ankommt &ndash; wie eine gezielte Behinderung von Mitbewerbern (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">&sect; 4 Nr. 10 UWG<\/a>) und steht den hierzu entwickelten Fallgruppen des Ausnutzens fremder Einrichtungen (Hefermehl \/ <em>K&ouml;hler<\/em> \/ Bornkamm, UWG, 27. Aufl., <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">&sect; 4 UWG<\/a>, Rn. 10.27 m.w.N.) und des Verleitens zur Vertragsuntreue (a.a.O., Rn. 10.36 f. m.w.N.) bei wertender Betrachtung zumindest nahe.<\/p>\n<p>aa) Das Gesch&auml;ftsmodell der Beklagten ist geeignet und darauf angelegt, die Kl&auml;gerin in ihrem von legitimen Absatzinteressen getragenen Vertriebskonzept zu behindern, das darin besteht, DSL-Internetzug&auml;nge nicht (nur) gegen eine nutzungsabh&auml;ngige Verg&uuml;tung, sondern gegen ein vom tats&auml;chlichen Nutzungsumfang unabh&auml;ngiges pauschales Entgelt (Flatrate) anzubieten (und erg&auml;nzende mobile Internetdienste von einer Zusatzverg&uuml;tung abh&auml;ngig zu machen).<\/p>\n<p>Die Berufung zieht eine &quot;gezielte&quot; Behinderung der Kl&auml;gerin in Zweifel, weil solche Angebote branchen&uuml;blich sind, die in Rede stehende Beeintr&auml;chtigung also au&szlig;er der Kl&auml;gerin auch andere Internetserviceprovider betrifft. F&uuml;r den weit gefassten Tatbestand des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">&sect; 4 Nr. 10 UWG<\/a> kann aber auch ein Verhalten gen&uuml;gen, das sich direkt oder indirekt gegen mehrere (bestimmte) Mitbewerber richtet (Senat, MD 2007, 1217 [1219] &ndash; &quot;Switch &amp; Profit&quot;; Hefermehl \/ <em>K&ouml;hler<\/em> \/ Bornkamm, a.a.O., &sect; 4 Rn. 10.2).<\/p>\n<p>Den Flatrate-Angeboten in diesem Bereich liegt die unternehmerische Erfahrung und Erwartung zu Grunde, dass Privatkunden ihren Internetzugang nicht rund um die Uhr in gleichbleibendem Umfang (beschr&auml;nkt nur durch die Vertragslaufzeit und die zur Verf&uuml;gung gestellte Bandbreite) nutzen, sondern typischerweise nur f&uuml;r begrenzte Zeitabschnitte unter &Uuml;bertragung begrenzter Datenmengen, wobei ein intensiveres Nutzungsverhalten einzelner Anschlussinhaber durch das Verhalten der Nutzer ausgeglichen wird, die nur gelegentlich im Internet surfen.<\/p>\n<p>Indem die Beklagten bei Flatrate-Kunden daf&uuml;r werben, ihre im Rahmen der Flatrate selbst nicht ben&ouml;tigten Nutzungskapazit&auml;ten der &quot;G E&quot; zwecks weiterer kommerzieller Auswertung zur Verf&uuml;gung zu stellen, st&ouml;ren sie dieses wirtschaftlich naheliegende, am Verhalten durchschnittlicher Internetnutzer orientierte Konzept. Denn einerseits setzt ihr Gesch&auml;ftsmodell zwar die Existenz einer hinreichenden Zahl von Kunden der Kl&auml;gerin oder anderer Internetserviceprovider voraus, die &uuml;ber einen Internetzugang mit Flatrate verf&uuml;gen (weil nur sie als &quot;H&quot; vom Typ &quot;Linus&quot; oder &quot;Bill&quot; in Betracht kommen), so dass der Beklagten nicht die Absicht unterstellt werden kann, das Angebot und die Anbieter solcher Internetzug&auml;nge vollst&auml;ndig vom Markt zu verdr&auml;ngen. Andererseits liegt es aber in der Konsequenz ihres Modells, das Prinzip der Flatrate durch extreme Nutzung der pauschal verg&uuml;teten Internetzug&auml;nge gewisserma&szlig;en auf die Spitze zu treiben und <em>ad absurdum<\/em> zu f&uuml;hren: Bei aus ihrer Sicht optimaler Verbreitung der &quot;G E&quot; w&uuml;rden n&auml;mlich alle Internetzug&auml;nge, welche die Kl&auml;gerin und die anderen Provider ihren Kunden gegen ein pauschales Entgelt zur Verf&uuml;gung stellen, t&auml;glich 24 Stunden lang &uuml;ber die volle Bandbreite genutzt. Es liegt auf der Hand, dass damit jede (Misch-) Kalkulation der Anbieter hinf&auml;llig w&uuml;rde und sie entweder das geforderte Pauschalentgelt ihren nutzungsabh&auml;ngigen Einstandskosten anpassen, also wesentlich erh&ouml;hen, oder die pauschale Abrechnung ganz aufgeben m&uuml;ssten.<\/p>\n<p>Hinzu kommt als weitere Behinderung des Dienstleistungsangebots der Kl&auml;gerin, dass Verbraucher, die das Internet nur gelegentlich nutzen und als &quot;Alien&quot; Tageskarten bei den Beklagten erwerben, keinen Vertrag mit ihr schlie&szlig;en werden und Flatrate-Kunden, die sich als &quot;Linus&quot; registrieren lassen, um &uuml;ber &quot;G Hotspots&quot; das Internet kostenlos mobil nutzen zu k&ouml;nnen, ihren verg&uuml;tungspflichtigen mobilen Dienst nicht mehr ben&ouml;tigen.<\/p>\n<p>bb) Da jeder Wettbewerb die Mitbewerber zu beeintr&auml;chtigen vermag, m&uuml;ssen zu der Behinderung weitere Umst&auml;nde hinzutreten, damit von einem unzul&auml;ssigen Wettbewerbsverhalten gesprochen werden kann (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=BGHZ%20148,%201\" title=\"BGH, 17.05.2001 - I ZR 216\/99: Mitwohnzentrale.de\">BGHZ 148, 1<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202001,%201061\" title=\"BGH, 17.05.2001 - I ZR 216\/99: Mitwohnzentrale.de\">GRUR 2001, 1061<\/a> [1062] &ndash; Mitwohlzentrale.de; BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202002,%20902\" title=\"BGH, 21.02.2002 - I ZR 281\/99: Vanity-Nummer\">GRUR 2002, 902<\/a> [905] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202002,%201050\" title=\"BGH, 21.02.2002 - I ZR 281\/99: Vanity-Nummer\">WRP 2002, 1050<\/a> &ndash; Vanity-Nummer; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202004,%20877\" title=\"BGH, 24.06.2004 - I ZR 26\/02: Zur Zul&auml;ssigkeit von Werbeblockern - Fernsehfee\">GRUR 2004, 877<\/a> [879] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202004,%201272\" title=\"BGH, 24.06.2004 - I ZR 26\/02: Zur Zul&auml;ssigkeit von Werbeblockern - Fernsehfee\">WRP 2004, 1272<\/a> &ndash; Werbeblocker; BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202005,%20581\" title=\"BGH, 20.01.2005 - I ZR 29\/02: The Colour of El&eacute;gance\">GRUR 2005, 581<\/a> [582] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202005,%20881\" title=\"BGH, 20.01.2005 - I ZR 29\/02: The Colour of El&eacute;gance\">WRP 2005, 881<\/a> &ndash; The Colour of El&eacute;gance; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=BGHZ%20178,%2063\" title=\"BGH, 11.09.2008 - I ZR 74\/06: bundesligakarten.de - Wettbewerbswidrigkeit des Schleichbezugs: A...\">BGHZ 178, 63<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202009,%20173\" title=\"GRUR 2009, 173 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">GRUR 2009, 173<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202009,%20177\" title=\"BGH, 11.09.2008 - I ZR 74\/06: bundesligakarten.de - Wettbewerbswidrigkeit des Schleichbezugs: A...\">WRP 2009, 177<\/a> [Rn. 25] &ndash; bundesligakarten.de). Dabei ist eine am Schutzzweck des Wettbewerbsrechts ausgerichtete objektive Betrachtung ma&szlig;gebend: Hat das beanstandete Verhalten nachteilige Auswirkungen auf das Marktgeschehen, die so erheblich sind, dass sie von den Mitbewerbern unter Ber&uuml;cksichtigung der Verbraucherinteressen und des Interesses der Allgemeinheit an einem unverf&auml;lschten Wettbewerb (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/1.html\" title=\"&sect; 1 UWG: Zweck des Gesetzes; Anwendungsbereich\">&sect; 1 UWG<\/a>) nicht hingenommen werden m&uuml;ssen, sind f&uuml;r seine Bewertung der subjektive Kenntnisstand des Handelnden oder eine auf die Behinderung gerichtete Absicht ohne Bedeutung (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=BGHZ%20171,%2073\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">BGHZ 171, 73<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202007,%20800\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">GRUR 2007, 800<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202007,%20951\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">WRP 2007, 951<\/a> [Rn. 21 f.] &ndash; Au&szlig;endienstmitarbeiter).<\/p>\n<p>Verhaltensweisen, die zum Wesen des Wettbewerbs geh&ouml;ren, sind danach erlaubt, nicht aber eine unangemessene Einwirkung auf bereits dem Wettbewerber zuzurechnende Kunden (BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202002,%20548\" title=\"BGH, 08.11.2001 - I ZR 124\/99: Mietwagenkosten\">GRUR 2002, 548<\/a> [549] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202002,%20524\" title=\"BGH, 08.11.2001 - I ZR 124\/99: Mietwagenkosten\">WRP 2002, 524<\/a> &ndash; Mietwagenkostenersatz; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202007,%20987\" title=\"BGH, 29.03.2007 - I ZR 164\/04: &Auml;nderung der Voreinstellung\">GRUR 2007, 987<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202007,%201341\" title=\"BGH, 29.03.2007 - I ZR 164\/04: &Auml;nderung der Voreinstellung\">WRP 2007, 1341<\/a> [Rn. 25] &ndash; &Auml;nderung der Voreinstellung). W&auml;hrend das (sogar planm&auml;&szlig;ige) Ausnutzen fremden Vertragsbruchs in der Regel nicht zu beanstanden ist, um keiner Verdinglichung schuldrechtlicher Verpflichtungen Vorschub zu leisten, kann es sich als unlauter darstellen, wenn besondere Umst&auml;nde hinzutreten (vgl. <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=BGHZ%20171,%2073\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">BGHZ 171, 73<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202007,%20800\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">GRUR 2007, 800<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202007,%20951\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">WRP 2007, 951<\/a> [Rn. 15] &ndash; Au&szlig;endienstmitarbeiter; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=BGHZ%20178,%2063\" title=\"BGH, 11.09.2008 - I ZR 74\/06: bundesligakarten.de - Wettbewerbswidrigkeit des Schleichbezugs: A...\">BGHZ 178, 63<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202009,%20173\" title=\"GRUR 2009, 173 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">GRUR 2009, 173<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202009,%20177\" title=\"BGH, 11.09.2008 - I ZR 74\/06: bundesligakarten.de - Wettbewerbswidrigkeit des Schleichbezugs: A...\">WRP 2009, 177<\/a> [Rn. 35 ff.] &ndash; bundesligakarten.de). Die Schwelle der als blo&szlig;e Folge des Wettbewerbs hinzunehmenden Behinderung ist im Allgemeinen &uuml;berschritten, wenn ein Verhalten bei objektiver W&uuml;rdigung aller Umst&auml;nde des Einzelfalles in erster Linie auf die Beeintr&auml;chtigung der wettbewerblichen Entfaltung des Mitbewerbers und nicht auf die F&ouml;rderung des eigenen Wettbewerbs gerichtet ist (BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202008,%20621\" title=\"BGH, 10.01.2008 - I ZR 38\/05: AKADEMIKS\">GRUR 2008, 621<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202008,%20785\" title=\"BGH, 10.01.2008 - I ZR 38\/05: AKADEMIKS\">WRP 2008, 785<\/a> [Rn. 32] &ndash; Akademiks), so dass der Mitbewerber seine Leistung am Markt durch eigene Anstrengung nicht mehr in angemessener Weise zur Geltung bringen kann (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=BGHZ%20171,%2073\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">BGHZ 171, 73<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202007,%20800\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">GRUR 2007, 800<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202007,%20951\" title=\"BGH, 11.01.2007 - I ZR 96\/04: Au&szlig;endienstmitarbeiter - Kein Wettbewerbsversto&szlig; durch blo&szlig;es Aus...\">WRP 2007, 951<\/a> [Rn. 23] &ndash; Au&szlig;endienstmitarbeiter m.w.N.; Senat, MD 2007, 1217 [1219] &ndash; &quot;Switch &amp; Profit&quot;). Dabei kann auch eine mittelbare Einwirkung auf Leistungen des Mitbewerbers wie der Vertrieb von Produkten, die Dritten einen unberechtigten kostenlosen Zugang zu einer entgeltlich angebotenen Leistung verschaffen k&ouml;nnen, unlauter sein (BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202004,%20877\" title=\"BGH, 24.06.2004 - I ZR 26\/02: Zur Zul&auml;ssigkeit von Werbeblockern - Fernsehfee\">GRUR 2004, 877<\/a> [879] = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202004,%201272\" title=\"BGH, 24.06.2004 - I ZR 26\/02: Zur Zul&auml;ssigkeit von Werbeblockern - Fernsehfee\">WRP 2004, 1272<\/a> &ndash; Werbeblocker unter Hinweis auf den Vertrieb von &quot;Piratenkarten&quot; zum kostenlosen Empfang von Pay-TV-Programmen [OLG Frankfurt am Main, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW%201996,%20264\" title=\"OLG Frankfurt, 13.06.1995 - 6 U 14\/95: Piratenkarte zur Entschl&uuml;sselung von Pay-TV-Programmen\">NJW 1996, 264<\/a>]).<\/p>\n<p>cc) Im Streitfall beeintr&auml;chtigt das Gesch&auml;ftsmodell der Beklagten die Interessen der Kl&auml;gerin und der &uuml;brigen Mitbewerber, aber auch die Interessen der Verbraucher und der Allgemeinheit an einem unverf&auml;lschten Wettbewerb objektiv so erheblich, dass die Schwelle zur unlauteren Einflussnahme auf das Marktgeschehen als &uuml;berschritten angesehen werden muss:<\/p>\n<p>(1) Die Beklagten machen der Kl&auml;gerin auf unfaire Weise Konkurrenz, indem sie sich f&uuml;r ihr Gesch&auml;ftsmodell der kostenfreien Teilhabe an DSL-Internetzug&auml;ngen bedienen, welche die Kl&auml;gerin ihren Kunden gegen ein erkennbar anders kalkuliertes Entgelt zur Verf&uuml;gung stellt. Statt mit eigenen technischen oder organisatorischen Leistungen auf der Vorleistung eines Dritten aufzubauen, um sie marktkonform fortzuentwickeln, nutzen sie eine von der Kl&auml;gerin unter anderen Voraussetzungen geschaffene Infrastruktur &quot;schmarotzend&quot; aus, um sich mit einem eigenen kommerziellen Angebot am Markt zu etablieren. Ihre &quot;G E&quot; schlie&szlig;t nicht nur eine von der Kl&auml;gerin gelassene Marktl&uuml;cke. Indem die Beklagten ihren Kunden (in der Regel gegen Entgelt) ihre eigenen WLAN-Router zur Verf&uuml;gung stellen, verschaffen sie sich vielmehr ohne nennenswerten eigenen Aufwand Zugang zum Internet, ohne auf die Nutzung der darin liegenden geldwerten Fremdleistung einen Anspruch zu haben. Zugleich erzielen sie wirtschaftliche Vorteile auf Kosten der Kl&auml;gerin. Ihre Gewinne aus dem Verkauf von Tagestickets an &quot;Aliens&quot; verdanken sie n&auml;mlich vor allem dem Umstand, dass ihr f&uuml;r die &uuml;ber WLAN zug&auml;nglich gemachten DSL-Zugangspunkte (abgesehen von der Gewinnbeteiligung der &quot;Bills&quot;) keine weiteren Kosten entstehen, w&auml;hrend die Kosten des erh&ouml;hten Datenverkehrs, die sich aus der durch die &quot;G E&quot; ausgeweiteten Nutzung der Internetzug&auml;nge und den dadurch anfallenden h&ouml;heren Nutzungsverg&uuml;tungen der Netzbetreiber ergeben, allein von der Kl&auml;gerin zu tragen sind. Damit geht der von den Beklagten praktizierte Betrieb ihrer &quot;G E&quot; wirtschaftlich einseitig zu Lasten der Kl&auml;gerin und der anderen Internetserviceprovider. Er ist, ohne dass es im vorliegenden Zusammenhang entscheidend darauf ank&auml;me, keineswegs zwangsl&auml;ufig mit einem weiteren Wachstum der Kl&auml;gerin verbunden, wie die Beklagten (unter Hinweis auf &quot;Aliens&quot;, die erst durch die &quot;G E&quot; f&uuml;r einen Vertrag mit der Kl&auml;gerin interessiert w&uuml;rden) meinen. Denn bereits wenn die Beklagten von den unstreitig mehr als 2,5 Mio. Kunden der Kl&auml;gerin auf dem deutschen Markt &uuml;ber den geringen bisher bei ihnen registrierten Bruchteil hinaus weitere Interessenten als &quot;Gf&quot; zu gewinnen verm&ouml;gen, w&uuml;rde dies ihre Verdienstm&ouml;glichkeiten durch den Verkauf von Tagestickets an &quot;Aliens&quot; erh&ouml;hen, ohne dass die Kl&auml;gerin davon in irgendeiner Weise profitieren w&uuml;rde &ndash; dieser w&uuml;rde im Gegenteil der Absatz ihres eigenen mobilen Internetdienstes erschwert.<\/p>\n<p>(2) Der Umstand, dass den Beklagten der Zugang zum Internet durch Kunden der Kl&auml;gerin vermittelt wird, die sich als &quot;H&quot; registrieren lassen, vermag diese Ausbeutung der von der Kl&auml;gerin geschaffenen Infrastruktur nicht zu rechtfertigen.<\/p>\n<p>Klausel Nr. 4 der Allgemeinen Gesch&auml;ftsbedingungen der Beklagten, wonach ein &quot;Linus&quot; oder &quot;Bill&quot; einen Vertrag mit einem Internetzugangsanbieter abgeschlossen haben sollte, der &quot;eine gemeinsame Bandbreitennutzung mit H gestattet&quot;, ist insofern ebenso unerheblich wie die Frage, ob die Kl&auml;gerin ihren Kunden zweifelsfrei (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/305c.html\" title=\"&sect; 305c BGB: &Uuml;berraschende und mehrdeutige Klauseln\">&sect; 305c Abs. 2 BGB<\/a>) verbietet, den bereitgestellten DSL-Internetzugang Dritten au&szlig;erhalb ihrer Hausgemeinschaft zu &uuml;berlassen. Denn die Beklagten beschr&auml;nken sich nicht darauf, ein bestimmtes Verhalten dieser Kunden &ndash; sei es ihnen schuldrechtlich verboten oder nicht &ndash; lediglich auszunutzen. Vielmehr ist ihr Gesch&auml;ftsmodell objektiv darauf angelegt, gerade solche Inhaber von WLAN-f&auml;higen Internetanschl&uuml;ssen zur &Ouml;ffnung ihres Internetzugangs (statt zu dem &uuml;blichen Kennwort-Schutz gegen&uuml;ber Drittzugriffen) zu bewegen, die dazu einerseits ohne &quot;G E&quot; keinen Anlass h&auml;tten und die andererseits wegen einer Flatrate-Vereinbarung mit ihrem Provider keine Mehrkosten durch erh&ouml;hten Datenfluss bef&uuml;rchten m&uuml;ssen. Dass sich das Begehren der Kl&auml;gerin &ndash; entsprechend dem Tatbestand des angefochtenen Urteils und ihrem schrifts&auml;tzlichen Vorbringen von Beginn des Rechtsstreits an &ndash; tats&auml;chlich nur auf Breitband-Internetzug&auml;nge bezieht, die sie ihren Kunden gegen ein nutzungsunabh&auml;ngiges, pauschales Entgelt, also auf Flatrate-Basis zur Verf&uuml;gung stellt, hat der Senat durch Erg&auml;nzung der Urteilsformel klarstellend zum Ausdruck gebracht.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Sachlage kann letztlich dahin gestellt bleiben, ob in der objektiven Einflussnahme der Beklagten auf Flatrate-Kunden der Kl&auml;gerin bereits eine unangemessene unsachliche Beeinflussung liegt, weil die potentiellen &quot;Gf&quot; als Kunden der Kl&auml;gerin auf Grund ausdr&uuml;cklicher vertraglicher Regelung oder allgemeiner schuldrechtlicher Treuepflichten auch deren Interessen zu wahren haben (vgl. zu diesem Gesichtspunkt im Rahmen von <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">&sect; 4 Nr. 1 UWG<\/a> zuletzt BGH, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=GRUR%202008,%20530\" title=\"BGH, 08.11.2007 - I ZR 60\/05: Nachlass bei der Selbstbeteiligung\">GRUR 2008, 530<\/a> = <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202008,%20777\" title=\"BGH, 08.11.2007 - I ZR 60\/05: Nachlass bei der Selbstbeteiligung\">WRP 2008, 777<\/a> [Rn. 14] &ndash; Nachlass bei der Selbstbeteiligung; <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=WRP%202008,%20780\" title=\"BGH, 08.11.2007 - I ZR 192\/06: Werbung mit der Teilerstattung des Selbstbehalts bei der Teilkas...\">WRP 2008, 780<\/a> [Rn. 16] &ndash; Hagelschaden m.w.N.).<\/p>\n<p>(3) Jedenfalls droht n&auml;mlich eine Gef&auml;hrdung des Wettbewerbs au&szlig;er durch den &quot;schmarotzenden&quot; Zugriff auf die von Mitbewerbern mit eigenen erheblichen Kosten eingerichteten Internetzug&auml;nge auch deshalb, weil das Gesch&auml;ftsmodell der Beklagten, sollte es sich am Markt weiter durchsetzen, das derzeit noch vorhandene und nicht zuletzt auch aus Verbrauchersicht erhaltenswerte Angebot von Flatrate-Tarifen f&uuml;r den Internetzugang grunds&auml;tzlich in Frage stellt. Denn weil eine Optimierung der &quot;G E&quot; &ndash; wie oben zu aa) dargestellt &ndash; zu einer fast ununterbrochenen und vollst&auml;ndigen Ausnutzung der von den Providern ihren Privatkunden auf Flatrate-Basis einger&auml;umten Bandbreiten innerhalb der jeweiligen Vertragslaufzeit f&uuml;hren w&uuml;rde, k&ouml;nnte auf Dauer kein Provider mehr einen Internetzugang zu den bisherigen Pauschaltarifen anbieten.<\/p>\n<p>Soweit die Beklagten geltend machen, dass insgesamt auf dem Markt f&uuml;r Internetzug&auml;nge trotz nutzungsabh&auml;ngiger Einstandskosten der Provider und einer insgesamt erh&ouml;hten Daten&uuml;bertragungsrate bisher eher sinkende Preise zu verzeichnen seien, steht dies den dargestellten konkreten negativen Auswirkungen ihres Gesch&auml;ftsmodells &ndash; die auch in der Verhinderung einer noch st&auml;rkeren Senkung des Preisniveaus bestehen k&ouml;nnen &ndash; nicht entgegen; zumindest besteht hinsichtlich des in die Zukunft gerichteten Unterlassungsanspruchs eine hinreichende Gefahr solcher Negativauswirkungen. Solange die Beklagten an ihrer Absicht einer immer weiteren Verbreitung der &quot;G E&quot; festhalten, hindern auch gewisse &ndash; von ihnen in der Berufungsverhandlung angedeutete &ndash; Zweifel an der Wirtschaftlichkeit ihres eigenen Gesch&auml;ftmodells nicht die Annahme einer drohenden Verf&auml;lschung des Wettbewerbs im beschriebenen Sinne.<\/p>\n<p>c) Von einer die Sp&uuml;rbarkeitsschwelle nicht &uuml;berschreitenden, lediglich unerheblichen Beeintr&auml;chtigung von Mitbewerber-, Verbraucher- und Allgemeininteressen durch das Gesch&auml;ftsmodell der Beklagten kann nach alledem keine Rede sein; selbst wenn die bisherigen tats&auml;chlichen Auswirkungen auf die wettbewerbliche Entfaltung der Kl&auml;gerin &ndash; wie die Berufung vorbringt &ndash; gering sind, wohnt ihrem Verhalten doch ein betr&auml;chtliches Gef&auml;hrdungspotential (auch im Hinblick auf m&ouml;gliche Nachahmer) inne.<\/p>\n<p>2. Die f&uuml;r die Feststellung der Schadensersatzpflicht der Beklagten &ndash; und mittelbar auch f&uuml;r den zuerkannten unselbstst&auml;ndigen Auskunftsanspruch &ndash; erforderliche hinreichende Wahrscheinlichkeit eines (wenigstens geringf&uuml;gigen) Schadens der Kl&auml;gerin steht f&uuml;r den Senat wie f&uuml;r das Landgericht nach Lage der Dinge au&szlig;er Frage; weitergehende Kl&auml;rungen sind dem Auskunfts- und Betragsverfahren vorzubehalten. Entgegen dem Berufungsvorbringen ist den Beklagten in Bezug auf ihr unzul&auml;ssiges Wettbewerbsverhalten auch wenigstens leichte Fahrl&auml;ssigkeit (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/9.html\" title=\"&sect; 9 UWG: Schadensersatz\">&sect; 9 S. 1 UWG<\/a> in Verbindung mit <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/276.html\" title=\"&sect; 276 BGB: Verantwortlichkeit des Schuldners\">&sect; 276 Abs. 2 BGB<\/a>) zur Last zu legen. Ein Rechtsirrtum entschuldigt nur, wenn dem Verletzer eine ihm ung&uuml;nstige gerichtliche Entscheidung ausgeschlossen erscheinen musste (vgl. BGH <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=NJW%201996,%20994\" title=\"BGH, 14.12.1995 - I ZR 210\/93: &quot;Gef&auml;rbte Jeans&quot;; Zul&auml;ssigkeit des Wiederverkaufs umgef&auml;rbter ge...\">NJW 1996, 994<\/a> [996 f.] &ndash; Gef&auml;rbte Jeans). Das war hier auch angesichts des Hinweisbeschlusses der Kammer vom 04.12.2007 keineswegs der Fall.<\/p>\n<p>III.<\/p>\n<p>Die Kostenentscheidung beruht auf <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/97.html\" title=\"&sect; 97 ZPO: Rechtsmittelkosten\">&sect; 97 Abs. 1 ZPO<\/a>. Die redaktionelle Klarstellung der Urteilsformel, die kein Teilunterliegen der Kl&auml;gerin darstellt, bleibt ohne Kostenfolgen. Die Entscheidung zur vorl&auml;ufigen Vollstreckbarkeit folgt aus <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/708.html\" title=\"&sect; 708 ZPO: Vorl&auml;ufige Vollstreckbarkeit ohne Sicherheitsleistung\">&sect;&sect; 708 Nr. 10<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/711.html\" title=\"&sect; 711 ZPO: Abwendungsbefugnis\">711<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/709.html\" title=\"&sect; 709 ZPO: Vorl&auml;ufige Vollstreckbarkeit gegen Sicherheitsleistung\">709 S. 2 ZPO<\/a>.<\/p>\n<p>Die Zulassung der Revision erschien angezeigt, weil die wettbewerbliche Beurteilung von Gesch&auml;ftsmodellen der in Rede stehenden Art im Hinblick auf die Auslegung der <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/3.html\" title=\"&sect; 3 UWG: Verbot unlauterer gesch&auml;ftlicher Handlungen\">&sect;&sect; 3<\/a> und <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UWG\/4.html\" title=\"&sect; 4 UWG: Mitbewerberschutz\">4 Nr. 10 UWG<\/a> grunds&auml;tzliche Bedeutung hat und &ndash; soweit ersichtlich &ndash; h&ouml;chstrichterlich bisher noch nicht hinreichend gekl&auml;rt ist (<a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/ZPO\/543.html\" title=\"&sect; 543 ZPO: Zulassungsrevision\">&sect; 543 Abs. 1 Nr. 1, Abs. 2 S. 1 ZPO<\/a>).<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Oberlandesgericht K&ouml;ln hat in seiner Entscheidung vom 5. 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