{"id":6060,"date":"2016-11-09T09:03:12","date_gmt":"2016-11-09T08:03:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/?p=6060"},"modified":"2016-11-13T20:52:42","modified_gmt":"2016-11-13T19:52:42","slug":"geld-zurueck-fuer-bausparer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/geld-zurueck-fuer-bausparer\/","title":{"rendered":"Geld zur\u00fcck f\u00fcr Bausparer"},"content":{"rendered":"<p><iframe loading=\"lazy\" width=\"560\" height=\"315\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/pK2sHNgfaLY\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Bundesgerichtshof hat in einem aktuellen Urteil vom 8. November 2016 (AZ: <a href=\"https:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=XI%20ZR%20552\/15\" title=\"BGH, 08.11.2016 - XI ZR 552\/15: Zu Formularklauseln &uuml;ber Darlehensgeb&uuml;hren in Bausparvertr&auml;gen\">XI ZR 552\/15<\/a>) entschieden, dass eine vorformulierte Bestimmung \u00fcber eine &#8222;Darlehensgeb\u00fchr&#8220; in H\u00f6he von 2% der Darlehenssumme in Bausparvertr\u00e4gen zwischen Verbrauchern und Unternehmern unwirksam ist. Durch eine solche Klausel w\u00fcrde durch die Bausparkasse ein nicht laufzeitabh\u00e4ngiges ausgestaltetes Entgelt erhoben, welches nicht dem gesetzlichen Leitbild entsprechen w\u00fcrde. Hierdurch w\u00fcrde der eigene Aufwand der Bausparkasse auf den Kunden in unzul\u00e4ssigerweise abgew\u00e4lzt. Aus diesem Grunde sei die Klausel unwirksam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Entscheidung des Bundesgerichtshofes lag ein \u00e4lterer Bausparvertrag zu Grunde, welcher eine Klausel vorsah, wonach der Bausparer f\u00fcr den Fall der Inanspruchnahme eines Darlehens eine sog. Darlehensgeb\u00fchr zus\u00e4tzlich zu den Kreditzinsen zahlen m\u00fcsse. Bei einem Kredit in H\u00f6he von 30.000 Euro fallen so 600 zus\u00e4tzlich zu den Kreditzinsen an.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach der Ansicht des Bundesgerichtshofes handele es sich bei der &#8222;Darlehensgeb\u00fchr&#8220; um eine der gerichtlichen Klauselkontrolle unterliegende Preisnebenabrede. Die Klausel sei dahingehend zu verstehen, dass mit der Geb\u00fchr keine konkrete vertragliche Gegenleistung bepreist werde. Dies widerspreche jedoch dem gesetzlichen Leitbild.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gesetzliche Regelung des Darlehensvertrages sieht gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BGB\/488.html\" title=\"&sect; 488 BGB: Vertragstypische Pflichten beim Darlehensvertrag\">\u00a7488 Abs. 1 S.2 BGB<\/a> einen laufzeitabh\u00e4ngigen Zins vor. In dem konkreten Fall wurde dar\u00fcber hinaus ein laufzeitunabh\u00e4ngiges Entgelt in H\u00f6he von 2% der Kreditsumme vertraglich vereinbart. Nach der Ansicht des Bundesgerichtshofes sei jedoch das gesetzliche Leitbild auch f\u00fcr Bausparvertr\u00e4ge ma\u00dfgeblich. Nach der st\u00e4ndigen Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes sind Entgeltklauseln in Allgemeinen Gesch\u00e4ftsbedingungen regelm\u00e4\u00dfig unwirksam, da diese mit wesentlichen Grundgedanken der Rechtsordnung unvereinbar seien. Die dieser st\u00e4ndigen Rechtsprechung zu Grunde liegenden Erw\u00e4gungen seien auch auf Bausparvertr\u00e4ge anwendbar. Der BGH vertrat die Ansicht, dass diese Geb\u00fchr allein der &#8222;Abgeltung&#8220; des Verwaltungsaufwands der Bausparkassen diente. Die Bausparkassen d\u00fcrften die somit im Eigeninteresse erhobenen Geb\u00fchren deshalb nicht auf ihre Kunden abw\u00e4lzen. Damit weiche eine derartige Klausel von wesentlichen Grundgedanken der gesetzlichen Regelung ab und sei deshalb unwirksam.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Betroffene Verbraucher \u00e4lterer Bausparvertr\u00e4ge k\u00f6nnen gegen diese Klausel vorgehen, wenn sie ihr Darlehen erst beantragen wollen oder bereits gezahlte Geb\u00fchren zur\u00fcckverlangen, soweit noch keine Verj\u00e4hrung eingetreten ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die gesetzliche Frist f\u00fcr den Eintritt der Verj\u00e4hrung beginnt mit dem Schluss des Jahres, in dem der Verbraucher Kenntnis von seinem Anspruch erlangt. Dies bedeutet mit Blick auf das aktuelle Urteil des Bundesgerichtshofes, dass alle Darlehensgeb\u00fchren, die ab dem 1. Januar 2014 gezahlt wurden, noch bis Jahresende zur\u00fcckverlangt werden k\u00f6nnten. Verbraucher, die hierf\u00fcr betroffen sind, sollten in jedem Fall schnell handeln, um eine rechtliche Auseinandersetzung mit der Bausparkasse \u00fcber den Eintritt der Verj\u00e4hrung zu vermeiden!<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ob auch Verbraucher bereits gezahlte Darlehensgeb\u00fchren zur\u00fcckverlangen k\u00f6nnen, wenn die Darlehensgeb\u00fchr vor dem 1. Januar 2014 gezahlt wurde, ist derzeit noch nicht h\u00f6chstrichterlich gekl\u00e4rt. Allerding sprechen gute Gr\u00fcnde f\u00fcr eine 10j\u00e4hrige Verj\u00e4hrungsfrist. Die 10j\u00e4hrige Verj\u00e4hrungsfrist greift nach der h\u00f6chstrichterlichen Rechtsprechung zu Kreditgeb\u00fchren dann ein, wenn die Rechtslage selbst f\u00fcr Juristen unklar war und &#8222;h\u00f6chstrichterliche&#8220; Urteile R\u00fcckzahlungsforderungen zuvor verwehrt hatten. In solchen F\u00e4llen kann Verbrauchern nicht zugemutet werden, innerhalb der kurzen Verj\u00e4hrung von drei Jahren Klage zu erheben. Zu dieser Frage \u00e4u\u00dferte sich der BGH in seinem Urteil vom Dienstag aber noch nicht, so dass eine diesbez\u00fcgliche Entscheidung f\u00fcr Bausparvertr\u00e4ge noch aussteht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Sie haben einen Bausparvertrag mit einer vertraglich vereinbarten Darlehensgeb\u00fchr? WK LEGAL bietet betroffenen Verbrauchern eine kostenlose Pr\u00fcfung ihrer Vertr\u00e4ge, so dass Verbraucher sicher sein k\u00f6nnen, ob ihnen ein Anspruch gegen die Bank zusteht. Weitere Informationen hierzu sowie einen Musterbrief f\u00fcr die Geltendmachung Ihrer Anspr\u00fcche finden Sie auf unserer Themenseite unter <a href=\"http:\/\/www.wklegal.de\/thema\/bausparer\" target=\"_blank\">www.wklegal.de\/thema\/bausparer<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesgerichtshof hat in einem aktuellen Urteil vom 8. November 2016 (AZ: XI ZR 552\/15) entschieden, dass eine vorformulierte Bestimmung \u00fcber eine &#8222;Darlehensgeb\u00fchr&#8220; in H\u00f6he von 2% der Darlehenssumme in Bausparvertr\u00e4gen zwischen Verbrauchern und Unternehmern unwirksam ist. 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