{"id":6157,"date":"2018-01-04T11:11:25","date_gmt":"2018-01-04T10:11:25","guid":{"rendered":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/?p=6157"},"modified":"2018-01-04T00:19:02","modified_gmt":"2018-01-03T23:19:02","slug":"wie-darf-man-conversation-tracking-pixel-wie-den-facebook-pixel-einsetzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/wie-darf-man-conversation-tracking-pixel-wie-den-facebook-pixel-einsetzen\/","title":{"rendered":"Wie darf man Conversation Tracking Pixel, wie den Facebook Pixel, einsetzen?"},"content":{"rendered":"<p>Ein sehr beliebtes Mittel im Bereich des Online Marketings ist der sog. Facebook Pixel. Der Facebook Pixel geh\u00f6rt dabei in die Gruppe der sog. \u201eCustom Audiences\u201c. Dieses (Re)Marketing Tool wird dabei nicht nur von Facebook angeboten, sondern auch von anderen Anbietern wie Twitter oder Google. Die rechtlichen Ergebnisse f\u00fcr den Facebook Pixel k\u00f6nnen gleichwohl auch auf die Angebote anderer Anbieter \u00fcbertragen werden.<\/p>\n<h2>Funktionsweise von Conversion Tracking Tools<\/h2>\n<p>Bei \u201enormalen\u201c Werbeanzeigen kann ein Werbetreibender \u00fcber die zu der Werbeanzeige angefertigten Statistiken herausfinden, wer die Anzeige angezeigt bekommen hat und wer ggf. den dazugeh\u00f6rigen Link geklickt hat. Insbesondere wenn Plattformen wie Facebook oder Twitter dann durch den Nutzer verlassen werden, weil er z.B. \u00fcber den Link auf die Website des werbenden Unternehmens gelangt ist, dann endet das \u201enormale\u201c Tracking. Mit Conversion Tracking Tools wie dem Facebook Pixel kann man zus\u00e4tzliche Informationen \u00fcber den Nutzer erlangen, n\u00e4mlich welchen Weg der Nutzer nach dem Anzeigen der Werbung und dem Anklicken des Links genommen hat. Mit dem Conversion Tracking Tool kann man feststellen, ob der Nutzer sich f\u00fcr den Newsletter angemeldet hat oder ein Produkt im Online Shop gekauft hat.<\/p>\n<p>Rein technisch gesehen ist der Facebook Pixel ein kurzes St\u00fcck JavaScript-Code, welches auf der eigenen Webseite eingebunden wird. Den Code bekommt man direkt von Facebook und er ist auf das eigene Werbekonto personalisiert. \u00dcber den Werbepixel wird also eine Verbindung zwischen dem Werbekonto z.B. bei Facebook und der eigenen Website hergestellt, die dann mittels Facebook Pixel miteinander kommunizieren und Daten austauschen.<\/p>\n<h2>Datenschutzrechtliche Zul\u00e4ssigkeit<\/h2>\n<p>Durch den Einsatz des Facebook Pixel oder anderer Conversion Tracking Tools werden somit personenbezogene Daten des Websitebesuchers an Facebook oder andere Plattformen wie Google oder Twitter in die USA \u00fcbertragen und (wahrscheinlich) mit Profildaten des Nutzers bei Facebook verkn\u00fcpft. Facebook stellt dann bestimmte Informationen dem Werbekunden zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Beim Conversion Tracking werden auch keine anonymen oder pseudonymisierten Daten erhoben. Facebook verschl\u00fcsselt lediglich die \u00dcbertragung und Speicherung, gleicht dann aber die erlangten Daten mit eigenen verschl\u00fcsselten Daten ab. Eine Anonymisierung der Daten w\u00e4re auch \u00fcberhaupt nicht denkbar, um den gew\u00fcnschten Erfolg zu erzielen, da anderenfalls die Bestimmung der Werbeempf\u00e4nger f\u00fcr Plattformbetreiber nicht m\u00f6glich w\u00e4ren. W\u00e4ren die Daten anonym, dann w\u00e4re diese Zusammenf\u00fchrung gar nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Plattformbetreiber weisen an dieser Stelle oftmals darauf hin, dass die Daten verschl\u00fcsselt werden. Die Verschl\u00fcsselung f\u00fchrt lediglich dazu, dass die Daten in der Zwischenphase der \u00dcbermittlung als Pseudonym betrachtet werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/BDSG\/3.html\" title=\"&sect; 3 BDSG: Verarbeitung personenbezogener Daten durch &ouml;ffentliche Stellen\">\u00a73 Abs. 6a BDSG<\/a> ist \u201ePseudonymisieren das Ersetzen des Namens und anderer Identifikationsmerkmale durch ein Kennzeichen zu dem Zweck, die Bestimmung des Betroffenen auszuschlie\u00dfen oder wesentlich zu erschweren\u201c.<\/p>\n<p>Damit liegt keine Anonymisierung der Daten vor und die Einwilligung der Nutzer ist vor der Datenspeicherung einzuholen.<\/p>\n<p>Datenschutzbeh\u00f6rden haben zu diesem Thema bereits Frageb\u00f6gen an Unternehmen versendet und zum Einsatz des Facebook Pixel befragt. Hiermit wollten die Datenschutzbeh\u00f6rden kl\u00e4ren, ob die Unternehmen, die den Facebook Pixel einsetzen, auch die daf\u00fcr notwendige Einwilligung eingeholt haben.<\/p>\n<h2>Wie muss die Einwilligung erfolgen?<\/h2>\n<p>F\u00fcr die notwendige Einwilligung sieht die gesetzliche Regelung eine Unterrichtung und Einholung der Einwilligung des Nutzers vor der Speicherung der Daten vor.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/TMG\/13.html\" title=\"&sect; 13 TMG: (weggefallen)\">\u00a713 Abs. 1 TMG<\/a> lautet:<\/p>\n<blockquote><p>\u201eDer Diensteanbieter hat den Nutzer zu Beginn des Nutzungsvorgangs \u00fcber Art, Umfang und Zwecke der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten sowie \u00fcber die Verarbeitung seiner Daten in Staaten au\u00dferhalb des Anwendungsbereichs der Richtlinie 95\/46\/EG des Europ\u00e4ischen Parlaments und des Rates vom 24. Oktober 1995 zum Schutz nat\u00fcrlicher Personen bei der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr (ABl. EG Nr. L 281 S. 31) in allgemein verst\u00e4ndlicher Form zu unterrichten, sofern eine solche Unterrichtung nicht bereits erfolgt ist. Bei einem automatisierten Verfahren, das eine sp\u00e4tere Identifizierung des Nutzers erm\u00f6glicht und eine Erhebung oder Verwendung personenbezogener Daten vorbereitet, ist der Nutzer zu Beginn dieses Verfahrens zu unterrichten. 3Der Inhalt der Unterrichtung muss f\u00fcr den Nutzer jederzeit abrufbar sein.\u201c<\/p><\/blockquote>\n<p>Hieraus ergibt sich dann auch, dass eine Information in der Datenschutzerkl\u00e4rung in diesem Fall nicht ausreichend sein kann. Denn das Vorhalten einer Datenschutzerkl\u00e4rung und eine Information \u00fcber die Verwendung des Facebook Pixel in dieser Datenschutzerkl\u00e4rung stellt keine Einwilligung des Nutzers dar.<\/p>\n<p>Eine Einwilligung kann dann z.B. zus\u00e4tzlich in den Cookie-Hinweis aufgenommen werden, soweit der Besucher dabei in ausreichendem Umfang gem\u00e4\u00df <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/TMG\/13.html\" title=\"&sect; 13 TMG: (weggefallen)\">\u00a713 Abs.1 TMG<\/a> belehrt wird und dann seine Einwilligung erkl\u00e4rt. Soweit der Nutzer seine Einwilligung erkl\u00e4rt hat darf das Facebook Pixel in die Internetseite eingebunden werden. Zus\u00e4tzlich wird erst dann ein eigenes \u201eFacebook Pixel Opt-In Cookie\u201c gesetzt. Bei einem neuerlichen Besuch kann dann \u00fcber dieses Cookie gepr\u00fcft werden, ob es vorhanden ist. Ist es vorhanden, dann kann das Facebook Pixel eingebunden werden. Ist es nicht vorhanden, dann muss die Einwilligung erneut eingeholt werden. Zus\u00e4tzlich muss in der Datenschutzerkl\u00e4rung die M\u00f6glichkeit eines Opt-Outs vorgehalten werden. Dies kann z.B. durch das Vorhalten eines entsprechenden Links erfolgen durch den das Cookie wieder gel\u00f6scht wird.<\/p>\n<p>Ein Verweis auf die Einstellungsm\u00f6glichkeiten bei Facebook reicht zur Erbringung der Pflicht des Opt-Outs nicht aus. Zwar bietet Facebook auch selbst eine Widerspruchsm\u00f6glichkeit f\u00fcr Werbung an, die \u00fcber die Einstellungen bei Facebook zu erreichen sind. Allerdings halten diese Einstellungen Facebook nicht von der Speicherung der Daten ab, sondern sie verhindern nur, dass die Werbung an den Facebook-Nutzer ausgespielt wird. Aus diesem Grund reichen auch die Verweise auf allgemeine Sammel-Opt-Out-Seiten, wie Your Online Choices oder About Ads nicht aus.<\/p>\n<h2>Was sind m\u00f6gliche Folgen eines Versto\u00dfes?<\/h2>\n<p>Neben einem eher unwahrscheinlichen aber denkbaren Imageverlust des Unternehmens, welches ohne Einwilligung des Nutzers Daten an Facebook \u00fcbersendet drohen weitere rechtliche Konsequenzen. Hierzu geh\u00f6ren Untersagungsverf\u00fcgungen von Datenschutzbeh\u00f6rden oder auch Bu\u00dfgelder, die je nach wirtschaftlichem Potential des Unternehmens, Umfang und Intensit\u00e4t des Versto\u00dfes bis zu EUR 300.000,00 m\u00f6glich sind. Zuk\u00fcnftig sind diese Bu\u00dfgelder nach Anwendbarkeit der DSGVO st\u00e4rker zu ber\u00fccksichtigen, da diese durch die Reform auf einen Betrag von bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des Unternehmensumsatzes hochgesetzt wurden. Daneben drohen Abmahnungen und Klagen von klagebefugten Organisationen, Mitbewerbern oder Kunden und Nutzern.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus sind auch Agenturen von m\u00f6glichen Folgen betroffen. Denn wenn die Risikoverteilung zwischen einer Agentur und einem Kunden nicht klar geregelt ist, dann bestehen f\u00fcr die in Haftung genommenen Unternehmen gute Chancen f\u00fcr einen Regress bei der Agentur, die das Facebook Pixel eingesetzt hat.<\/p>\n<h2>Wird die Situation durch die DSGVO einfacher?<\/h2>\n<p>Mit Datum 25. Mai 2018 wird die Datenschutzgrundverordnung anwendbar. Diese sieht Erlaubnisnormen vor, die auch den Einsatz von Marketing-Tools erleichtern sollten. So erlaubt <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/DSGVO\/6.html\" title=\"Art. 6 DSGVO: Rechtm&auml;&szlig;igkeit der Verarbeitung\">Art.6 Abs.1 lit. f DSGVO<\/a> deren Verarbeitung, wenn die berechtigten Interessen der Unternehmen (wozu auch Marketing geh\u00f6rt) die Interessen der Nutzer am Schutz derer Daten \u00fcberwiegen. Ob unter diese Norm auch die Funktion des Facebook Pixels geh\u00f6rt ist derzeit nicht abschlie\u00dfend einzusch\u00e4tzen.<\/p>\n<h2>Fazit<\/h2>\n<p>Conversion Tracking Pixel oder auch die weiteren M\u00f6glichkeiten der Custom Audiences bieten Werbetreibenden regelm\u00e4\u00dfig eine Vielzahl von wirtschaftlichen Vorteilen. Auf der Gegenseite ist die Rechtslage f\u00fcr Custom Audiences insgesamt noch ungekl\u00e4rt, was sich auch auf die rechtliche Bewertung des Facebook Pixel auswirkt. Es bestehen Risiken von Abmahnungen durch Betroffene, Mitbewerber oder klagebefugte Organisationen, ebenso wie von beh\u00f6rdlichen Bu\u00dfgeldern und Untersagungsverf\u00fcgungen. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Eintritts wird hier allerdings als gering erachtet. Dennoch ist eine rechtskonforme Umsetzung nach der bisherigen rechtlichen Einsch\u00e4tzung technisch ohne besonderen Aufwand m\u00f6glich, so dass Unternehmen zu empfehlen w\u00e4re die notwendigen Einwilligungen von Besuchern der Website einzuholen. Agenturen ist dar\u00fcber hinaus zu empfehlen eine klare Risikoverteilung mit ihren Kunden zu finden, um einem m\u00f6glichen Regressanspruch im Fall der Inanspruchnahme des Kunden wegen eines Versto\u00dfes zu entgehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>WK LEGAL ber\u00e4t Sie in allen datenschutzrechtlichen Fragen zur rechtskonformen Umsetzung zur Nutzung von des Facebook Pixel durch Pr\u00fcfung Ihrer Website und Bereitstellung einer rechtssicheren Datenschutzerkl\u00e4rung. Agenturen beraten wir dar\u00fcber hinaus auch bei der Vertragsgestaltung und Haftungsfragen rund um dieses Thema. Sprechen Sie uns gerne an.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein sehr beliebtes Mittel im Bereich des Online Marketings ist der sog. Facebook Pixel. Der Facebook Pixel geh\u00f6rt dabei in die Gruppe der sog. \u201eCustom Audiences\u201c. Dieses (Re)Marketing Tool wird dabei nicht nur von Facebook angeboten, sondern auch von anderen Anbietern wie Twitter oder Google. 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