{"id":7674,"date":"2019-12-19T10:00:00","date_gmt":"2019-12-19T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/?p=7674"},"modified":"2019-12-13T13:49:17","modified_gmt":"2019-12-13T12:49:17","slug":"neues-zum-influencing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/neues-zum-influencing\/","title":{"rendered":"Neues zum Influencing"},"content":{"rendered":"\n<p>Nachdem nunmehr eine Vielzahl an Entscheidungen zum Thema Influencing erging, steht fest, dass es sich dabei oftmals nicht einfach nur um ein Hobby handelt, sondern vielmehr gesch\u00e4ftliche T\u00e4tigkeiten dort angesiedelt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Unabh\u00e4ngig davon, ob man YouTube, Instagram oder Facebook betreibt &#8211; es gilt f\u00fcr alle Social-Media-Plattformen, dass Werbung zu kennzeichnen ist. <\/p>\n\n\n\n<p>So gibt es auch f\u00fcr die Rechtm\u00e4\u00dfigkeit von Influencen Regeln,\nsodass auch die dadurch gemachte Werbung unter die Regelungen und die daf\u00fcr\nvorgesehen Vorschriften fallen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>OLG Frankfurt am Main: Werbung muss gekennzeichnet\nwerden<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Im Juli und Oktober diesen Jahres stellte das OLG Frankfurt\nam Main klar, dass auch bei nur einzelnem Post zur Pr\u00e4sentation von Produkten\noder Dienstleistungen bei Erhalt einer Gegenleistung der komplette Account als gesch\u00e4ftliche\nWerbung zu einzustufen ist. Dies richtet sich nach \u00a7 2 Abs. 1 Nr. 1 des\nGesetzes gegen unlauteren Wettbewerb, kurz: UWG. <\/p>\n\n\n\n<p>Bereits <a href=\"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/instagram-influencer-kennzeichnungspflicht-trifft-auch-sie\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">hier <\/a>berichteten wir \u00fcber die Thematik und stellten das Urteil vor. Zu empfehlen ist, sich immer stetig mit dem Thema auseinanderzusetzen, wenn man in diesem Bereich t\u00e4tig ist. Die Folgen von Unachtsamkeit sind Abmahnungen und Ordnungsgelder.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wann ist Werbung als Werbung im rechtlichen Sinne anzusehen?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Was Werbung im rechtlichen Sinne ist richtet sich nach Art.\n2 lit. a) der Richtlinie 2006\/114\/EG. Dort hei\u00dft es, dass \u201ejede \u00c4u\u00dferung bei\nder Aus\u00fcbung eines Handels, Gewerbes, Handwerks oder freien Berufs mit dem\nZiel, den Absatz von Waren oder die Erbringung von Dienstleistungen,\neinschlie\u00dflich unbeweglicher Sachen, Rechte und Verpflichtungen, zu f\u00f6rdern\u201c,\nals Werbung definiert wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Demnach ist Werbung in jedem Post anzusehen, der geeignet\nist, eine Kaufentscheidung zu beeinflussen. <\/p>\n\n\n\n<p>Eine reine Produktrezension durch einen Blogger bzw.\nInfluencer ist keine Werbung, wenn der Autor der Rezension f\u00fcr diese nicht\nbezahlt worden ist. Auch Beitr\u00e4ge \u00fcber die Vorlieben stellen grunds\u00e4tzlich\nkeine Werbung dar. Anders ist es, wenn sich ein kommerzieller Zweck abzeichnet.\nSo entschied das Landgericht (LG) Berlin, dass jede Art von Pr\u00e4sentation eines\nProduktes als Werbung gekennzeichnet werden muss, wenn zumindest objektiv\nbetrachtet der Absatzf\u00f6rderung eines Unternehmens dient. Eine klare Linie ist\njedoch nicht ersichtlich.&nbsp; Die in diesen\nF\u00e4llen angebotene Gegenleistung kann unterschiedlicher Natur sein. So k\u00f6nnen auch\nSachwerte oder Einladungen zu Reisen oder Diensten geeignete Gegenleistungen\ndarstellen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie das OLG Frankfurt am Main entschied, ist sind auch die\nDarstellung eigener Produkte oder Dienste als Werbung anzusehen, wenn sich Influencer\ndort auch selbst vermarkten und der Account nicht mehr als privat anzusehen\nist.<\/p>\n\n\n\n<p>Au\u00dferdem entschied das OLG, dass die Empfehlung eines\nProduktes durch einen Influencer dann verbotene Werbung darstellt, wenn der\nInfluencer sich hauptberuflich mit dem Gesch\u00e4ftsbereich des zu empfehlenden Produkts\nbesch\u00e4ftigt und gesch\u00e4ftliche Beziehungen zu den Unternehmen unterh\u00e4lt, deren\nProdukte er empfiehlt. Ob eine Zahlung f\u00fcr den jeweiligen Post geleistet wird, ist\nirrelevant, so das OLG.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was geschieht, wenn die Kennzeichnung unterbleibt?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn eine Kennzeichnung zwingend ist, diese jedoch\nunterbleibt, kann es zu verschiedenen Folgen kommen. So k\u00f6nnen neben hohen\nKosten oder wettbewerbsrechtlichen Abmahnungen auch einstweilige Verf\u00fcgungen, langwierige\nGerichtsverfahren und Ordnungsmittel bei Wiederholung drohen.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur Verbraucherschutz- und Abmahnvereine k\u00f6nnen gegen Sie vorgehen. Vielmehr k\u00f6nnen auch konkurrierende Hersteller Sie wirksam abmahnen oder gar verklagen. Wenn Sie beispielswiese vergleichende Werbung mit laienhaft erstellen Produktvergleichen ver\u00f6ffentlichen, kann dies als Werbung im rechtlichen Sinne angesehen werden und es ist mit Ma\u00dfnahmen der schlechter dargestellten Konkurrenten zu rechnen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wie kennzeichnet man Werbung nun richtig?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wenn Sie unsicher sind, kennzeichnen Sie jeden Post als Werbung, um auf Nummer sicher zu gehen. Zudem lassen sich aus den zahlreichen Urteilen Art und Weise der korrekten Kennzeichnung ableiten.<\/p>\n\n\n\n<p>So muss Werbung eindeutig und\nklar als solche zu erkennen sein und vom restlichen Inhalt abgetrennt sein. Dem\nkann man durch das Wort \u201eWerbung\u201c zu Beginn des Posts Abhilfe verschaffen.\nDurch Sternchen oder einen Hashtag vorweg wird dies die Kennzeichnung als\nWerbung noch deutlicher. &nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn Sie im deutschen Sprachraum\naktiv sind, sollten Sie die Werbung in deutscher Sprache kennzeichnen und Abk\u00fcrzungen\nund englische Begriffe wie \u201ead\u201c oder \u201esponsored by\u201c vermeiden. Dabei ist es\nnicht relevant, wo Sie sich befinden, sondern wo die Information\nbestimmungsgem\u00e4\u00df abgerufen wird. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei einem Video, das auf YouTube\nhochgeladen werden soll oder einer sogenannten Story auf Instagram ist ebenfalls\ndarauf zu achten, dass w\u00e4hren der gesamten Laufzeit das Wort Werbung angezeigt\nwird.<\/p>\n\n\n\n<p>Wenn der Account insgesamt mehr\ngesch\u00e4ftliche Zwecke verfolgt, kann dies schon in der Profilbeschreibung sichtbar\ngemacht werden und mit einer klaren Bezeichnung gekennzeichnet werden. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was kann man gegen eine Abmahnung tun?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Sollten Sie sich in dieser unangenehmen Situation befinden\nund eine Abmahnung erhalten haben, sollten Sie die beigef\u00fcgte Unterlassungserkl\u00e4rung\nkeineswegs unterzeichnen, sondern mit einem erfahrenen Rechtsbeistand dar\u00fcber\nzu sprechen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wir helfen Ihnen beim Influencing!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Was bei der Ausgestaltung der Werbung und der Kennzeichnungspflicht innerhalb von Influencing beachtet werden muss und was nicht, ist immer noch eine unklare Situation. Es zeichnet sich jedoch ab, dass bei der Gestaltung des Social-Media-Accounts auf die korrekte Kennzeichnung von Posts und andere generelle Pflichten geachtet werden sollte, um Abmahnungen zu vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir erl\u00e4utern Ihnen, wann Sie Werbung kennzeichnen m\u00fcssen und wie Sie Ihren Social-Media-Accounts rechtssicher gestalten \u2013&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.legalsmart.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Schauen Sie bei uns vorbei!<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nachdem nunmehr eine Vielzahl an Entscheidungen zum Thema Influencing erging, steht fest, dass es sich dabei oftmals nicht einfach nur um ein Hobby handelt, sondern vielmehr gesch\u00e4ftliche T\u00e4tigkeiten dort angesiedelt werden. Unabh\u00e4ngig davon, ob man YouTube, Instagram oder Facebook betreibt &#8211; es gilt f\u00fcr alle Social-Media-Plattformen, dass Werbung zu kennzeichnen ist. 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