{"id":7792,"date":"2020-01-02T10:00:00","date_gmt":"2020-01-02T09:00:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/?p=7792"},"modified":"2019-12-19T13:21:06","modified_gmt":"2019-12-19T12:21:06","slug":"soziale-medien-und-das-urhg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/soziale-medien-und-das-urhg\/","title":{"rendered":"Soziale Medien und das UrhG"},"content":{"rendered":"\n<p>Ohne Soziale Medien funktionieren viele Bereiche nur noch in abgeschw\u00e4chter Form, sodass Soziale Medien nicht mehr wegzudenken sind. Vor allem im Bereich des Online-Marketings sind Soziale Medien das Medium, wenn es um die Vermarktung und Rezension von Produkten und Dienstleistungen geht. <\/p>\n\n\n\n<p>Doch wie auch im realen Leben sind der Welt des Social Media Grenzen gesetzt, die bei \u00dcberschreitung den Erhalt einer Abmahnung bedeuten k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Gerade im Hinblick auf das Urheberrecht\nund damit den verbunden Rechter Dritter ist besondere Vorsicht geboten. Wir\nzeigen, was beim Posten. Teilen oder Liken von Inhalten zu beachten ist und was\nerlaubt ist und was nicht.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wann greift das Urheberrecht?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wer auf Soziale Medien wie Instagram, Facebook, YouTube und Co. zur\u00fcckgreifen will, sollte eine Dinge beachten. <\/p>\n\n\n\n<p>Sowohl beim Posten aber auch beim Teilen oder Liken eines Beitrages kann es zu Urheberrechtsverletzungen kommen. Haupts\u00e4chlich handelt es sich bei den Beitr\u00e4gen um Texte oder Bilder, die ein \u201eWerk\u201c im Sinne des Urheberrechts darstellen \u2013 dem zentralen Begriff, wenn es um das Urheberrecht geht. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was z\u00e4hlt zu den Werken nach dem UrhG?<\/h2>\n\n\n\n<p>Zu den nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/1.html\" title=\"&sect; 1 UrhG: Allgemeines\">\u00a7\u00a7 1<\/a>, <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">2 Abs. 1 UrhG<\/a> gesch\u00fctzten Werken geh\u00f6ren sowohl solche der Literatur, aber nat\u00fcrlich auch solche der Wissenschaft und Kunst. In <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7 2 Abs. 1 Nr. 1-7 UrhG<\/a> ist eine Liste zu finden, die die Werksarten n\u00e4her definiert. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine abschlie\u00dfende Liste. So z\u00e4hlen beispielsweise Sprachwerke (Schriftwerke, Reden und Computerprogramme), Lichtbildwerke (einschlie\u00dflich der Werke, die \u00e4hnlich wie Lichtbildwerke geschaffen werden) nach oder Darstellungen wissenschaftlicher oder technischer Art (Zeichnungen, Pl\u00e4ne, Karten, Skizzen, Tabellen und plastische Darstellungen) zu den Werken im Sinne des Urhebergesetzes.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">&#8222;Sch\u00f6pfungsh\u00f6he&#8220; muss erreicht werden<\/h2>\n\n\n\n<p>Ob ein Werk dem <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7 2 Abs. 1 Nr.\n1-7 UrhG<\/a> zuzuordnen ist richtet sich danach, ob eine \u201epers\u00f6nliche geistige\nSch\u00f6pfung\u201c im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7 2 Abs. 2 UrhG<\/a> vorliegt. Es muss demnach eine\nsogenannte \u201eSch\u00f6pfungsh\u00f6he\u201c erreicht werden, um als ein im Sinne des UrhG\ngesch\u00fctztes Werk zu gelten. Diese ist erreicht, wenn sich das Werk derart individuell\ngestaltet ist, dass es sich von der Masse abheben kann. <\/p>\n\n\n\n<p>Ist also ein schriftlicher\nBeitrag bei Social Media derart individuell, dass die Sch\u00f6pfungsh\u00f6he erreicht ist,\nkann von einem urheberrechtlich gesch\u00fctzten Werk gesprochen werden und die\nVorschriften des Urhebergesetzes greifen ein. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Welche Handlungen sind\nverboten?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Durch die standardm\u00e4\u00dfigen Verhaltensweisen\nauf Social Media, also das Posten, Teilen, oder Liken k\u00f6nnen leicht fremde\nUrheberrechte verletzt werden. Daher gilt es einiges zu beachten. <\/p>\n\n\n\n<p>Der Urheber, und oftmals auch der Lizenznehmer eines Rechts, hat Rechte im Sinne des UrhG, die ausschlie\u00dflich ihm zugutekommen sollen. H\u00e4ufig handelt es sich um Urheberpers\u00f6nlichkeitsrechte im Sinne des <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/13.html\" title=\"&sect; 13 UrhG: Anerkennung der Urheberschaft\">\u00a7 13 UrhG<\/a>, wonach der Urheber eines Werks bestimmen kann, ob es mit einer Urheberbezeichnung zu versehen und welche Bezeichnung zu verwenden ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Besonders herausragende Rechte,\ndie durch die Handlungen im Internet ber\u00fchrt werden k\u00f6nnen, sind die Verwertungsrechte.\nDabei handelt es sich um das Vervielf\u00e4ltigungsrecht (\u00a7 16), das\nVerbreitungsrecht (\u00a7 17) und insbesondere das Recht der \u00f6ffentlichen\nZug\u00e4nglichmachung (\u00a7 19a). <\/p>\n\n\n\n<p>Der Urheber dieses Rechts kann selbst\nbestimmten, ob und wie sein Werk zu verwerten ist. So ist es Dritten untersagt,\ndas Werk des Urhebers zu vervielf\u00e4ltigen (z.B. Kopieren), zu verbreiten oder\n\u00f6ffentlich zug\u00e4nglich zu machen (z.B. Hochladen), wenn der Urheber seine Erlaubnis\ndazu nicht gegeben hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Soziale Medien und <strong>Posten, Teilen, Liken \u2013 wann darf man das?<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wann jedoch eine Handlung\nUrheberrechte Dritter verletzen kann, ist nicht immer eindeutig ersichtlich und\nnachvollziehbar. Im Bereich des Internets und insbesondere in den sozialen\nMedien sind die relevanten Inhalte in der Regel Fotos, Videos und Texte. <\/p>\n\n\n\n<p>Fotos beispielsweise, die weiterarbeitet werden, k\u00f6nnen Lichtbildwerke nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7 2 I Nr. 5 UrhG<\/a> oder leistungsschutzrechtlich Lichtbilder nach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/72.html\" title=\"&sect; 72 UrhG: Lichtbilder\">\u00a7 72 UrhG<\/a> sein. Nicht nur professionelle Bilder fallen darunter. Auch Schnappsch\u00fcsse k\u00f6nnen bereits urheberrechtlich gesch\u00fctzt sein. Daher kann es bei un\u00fcberlegtem Handeln zu Verletzungen des Urheberrechts des Rechtsinhabers kommen. <\/p>\n\n\n\n<p>Auch Texte k\u00f6nnen als Sprachwerke\nnach <a href=\"https:\/\/dejure.org\/gesetze\/UrhG\/2.html\" title=\"&sect; 2 UrhG: Gesch&uuml;tzte Werke\">\u00a7 2 I Nr. 1 UrhG<\/a> gesch\u00fctzt sein. Der Inhaber des Rechts bzw. Verfasser oder\nHersteller des Werkes kann selbst erstellte Fotos, Videos oder texte jederzeit verwerten.\nAusnahmen bestehen jedoch dann, wenn er keine Urheberrechte an den Inhalten innehat\nbzw. die Lizenz zur Nutzung fehlt. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Posten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wer selbst im Internet Inhalte\nhochl\u00e4dt, handelt in der Regel im Rahmen der \u201e\u00f6ffentlichen Zug\u00e4nglichmachung\u201c\n(\u00a7 19a). Dies liegt vor, wenn der Inhalt f\u00fcr eine die \u00d6ffentlichkeit bestimmt\nist.<\/p>\n\n\n\n<p>Zur \u00d6ffentlichkeit f\u00e4llt jede\nPerson, die nicht mit demjenigen, der das Werk verwertet, durch pers\u00f6nliche\nBeziehungen verbunden ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Das reine \u00f6ffentliche Zug\u00e4nglichmachen eines Inhalts reicht f\u00fcr einen Urheberrechtsversto\u00df nicht aus. Die ver\u00f6ffentlichende Person muss aber entweder Urheber oder zumindest zur Verwertung des Inhalts legitimiert worden sein.<\/p>\n\n\n\n<p>Da oftmals eine Legitimation\nnicht ohne Umst\u00e4nde eingeholt werden kann und somit dann zun\u00e4chst nicht\nvorliegt, ist vom Posten fremder Inhalte abzuraten. Insoweit sollten&nbsp; nur Dinge gepostet werden, &nbsp;die man selbst produziert (Foto, Musik oder\nVideo) oder geschrieben (Text) hat.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Teilen bzw. Weiterverbreiten<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Ein Beitrag, ganz gleich ob Bild,\nVideo oder Text, gef\u00e4llt einem und man m\u00f6chte das mit jemandem teilen bzw. retweeten?\nDabei handelt es sich um eine h\u00e4ufig genutzte Funktion. <\/p>\n\n\n\n<p>Bei eigenen Inhalten ist dies\nkein Problem und grunds\u00e4tzlich zul\u00e4ssig. Wenn der Urheber auf seiner eigenen\nWebsite eine sog. \u201eShare-Funktion\u201c erlaubt, wird damit ebenfalls ein\nEinverst\u00e4ndnis hergeleitet.<\/p>\n\n\n\n<p>Anders ist es, wenn der Urheber\nauf seiner Website keine M\u00f6glichkeit zul\u00e4sst, das Teilen seiner Beitr\u00e4ge zu\nerm\u00f6glichen. Es ist zu vermuten, dass das Einverst\u00e4ndnis zum Weiterleiten\nseiner Inhalte nicht geben wollte gibt. Wenn Sie auf eine solche Website\nkommen, ist zu empfehlen, vom Teilen des Beitrages abzusehen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Liken<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Nicht mehr wegzudenken ist der\nsogenannte Like-Button, mit dem Nutzer ihre Begeisterung f\u00fcr einen Beitrag\nausdr\u00fccken k\u00f6nnen. <\/p>\n\n\n\n<p>Ob diese Art der Kommunikation\neine Urheberrechtsverletzung ist nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt und noch h\u00f6chst umstritten.\nDas Landgericht Hamburg hat entschieden, dass durch das Nutzen des \u201eGef\u00e4llt\nmir\u201d-Button bei Facebook lediglich eine unverbindliche Gefallens\u00e4u\u00dferung kundgetan\nwird. Dadurch kann das Netzwerk des betroffenen Users noch keine weiteren\nErwartungen oder G\u00fctevorstellungen verbinden (Urt. v. 10.01.2013, Az. 327 O\n438\/11).<\/p>\n\n\n\n<p>Da jedoch eine abschlie\u00dfende Kl\u00e4rung dazu noch aussteht, empfiehlt es sich, beim Liken die entsprechenden Inhalte auf ihre Urheberschaft hin zu \u00fcberpr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wann Social Media Marketing m\u00f6glich ist, beschrieben wir <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/social-media-marketing-chancen-und-risiken-des-web-2-0\/\" target=\"_blank\">hier<\/a>  und <a href=\"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/wissen-was-recht-ist-social-media-marketing-recht-teil-3\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"hier (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">hier<\/a>. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Folgen einer Urheberrechtsverletzung<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Standardfolge einer Urheberechtsverletzung ist die Abmahnung in Verbindung mit einer Unterlassungserkl\u00e4rung. <\/p>\n\n\n\n<p>Allerdings kommen noch weitere\nM\u00f6glichkeiten f\u00fcr den Inhaber des Urheberrechts hinzu. So kann der neben den\nUnterlassungsanspr\u00fcchen auch Schadensersatzanspr\u00fcche geltend machen. Um seine Anspr\u00fcche\ndurchzusetzen, muss ein Abmahnverfahren in Gang gesetzt werden, sodass zu den\netwaigen Schadensersatzanspr\u00fcchen die Abmahnkosten hinzukommen. Diese hat der Verletzer\nzu tragen, wenn die Abmahnung berechtigt ist. <\/p>\n\n\n\n<p>Wenn das Abmahnverfahren nicht durch\nAbgabe einer strafbewehrten Unterlassungserkl\u00e4rung und Begleichung der geltend\ngemachten Forderungen durchlaufen werden, wird der Rechteinhaber wohl den\nKlageweg beschreiten, sodass mit weitergehenden Kosten zu rechnen w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.legalsmart.de\/blog\/zulaessigkeit-der-eigenen-werbung-in-fremden-facebook-gruppen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"In diesem Beitrag (\u00f6ffnet in neuem Tab)\">In diesem Beitrag<\/a> berichteten wir, wann eigene Werbung zul\u00e4ssig sein kann. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Fazit<\/strong> &#8211; Soziale Medien mit Vorsicht angehen<\/h2>\n\n\n\n<p>Soziale Medien sind eine gute M\u00f6glichkeit, Inhalte zu verbreiten. Es ist zwar Vorsicht geboten &#8211; ein vollkommenes Unterlassen von Posten, Liken oder Teilen ist aber nicht notwendig. Allerdings sollte man einiges beachten, wenn man im Internet aktiv sein und keine Urheberrechtsverletzung riskieren will.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Regel ist das Teilen\ninnerhalb der Funktionalit\u00e4ten der jeweiligen Plattform bei nichtkommerzieller\nNutzung der Plattform problem- und gefahrlos m\u00f6glich.<\/p>\n\n\n\n<p>Vorsicht ist jedoch beim Hochladen\nvon verschiedenen Inhalten geboten. So sollten Nutzer dabei immer auf Nummer\nsicher gehen und nur Inhalte einstellen, von denen sie genau wissen, dass diese\nohne Einschr\u00e4nkung weiterverbreitet werden d\u00fcrfen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wir helfen Ihnen!<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<p>Wir beraten Unternehmen, wenn es um die Gestaltung von Marketing-Kampagnen geht, indem wir alle relevanten rechtlichen Risiken beurteilen. F\u00fcr weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne&nbsp;zur Verf\u00fcgung. Besuchen Sie unsere <a rel=\"noreferrer noopener\" aria-label=\"Website  (\u00f6ffnet in neuem Tab)\" href=\"https:\/\/www.legalsmart.de\/\" target=\"_blank\">Website <\/a>oder kontaktieren Sie uns pers\u00f6nlich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ohne Soziale Medien funktionieren viele Bereiche nur noch in abgeschw\u00e4chter Form, sodass Soziale Medien nicht mehr wegzudenken sind. Vor allem im Bereich des Online-Marketings sind Soziale Medien das Medium, wenn es um die Vermarktung und Rezension von Produkten und Dienstleistungen geht. 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