LEGAL SMART LEITFADEN

Schneller bezahlt werden

Zwischen Ihrer Leistung und dem Zahlungseingang liegen Wochen, die Sie aus eigener Substanz vorfinanzieren. Wie lang diese Spanne ist, entscheiden Sie selbst – über Vertrag, Rechnung und Mahnprozess. Der Praxisleitfaden zeigt Unternehmen bis 50 Mitarbeiter, wie sie ihren Cash-Flow verbessern, statt hinterherzutelefonieren: von der Vertragsgestaltung über Rechnung, Mahnstufen und Verzug bis zur Verjährung – mit Mustertexten, Checkliste und Umsetzungsfahrplan.

Leitfaden kostenlos anfordern Warum Cash-Flow entscheidet Was drinsteht
Im Rechtsschutz enthalten

Vorgerichtliches Forderungsmanagement ist Teil des LEGAL SMART Rechtsschutzes

Vertragsprüfung, Zahlungsklauseln, interne Mahnrichtlinie und das vorgerichtliche Forderungsmanagement einschließlich Kleinstforderungen gehören zum Leistungskatalog – zum festen Monatspreis und ohne Streitwertgrenzen.

Zum LEGAL SMART Rechtsschutz
Cash-Flow

Warum der Cash-Flow über die Handlungsfähigkeit Ihres Unternehmens entscheidet

Ein Unternehmen wird nicht dadurch zahlungsunfähig, dass am Jahresende ein Verlust in der Bilanz steht. Es wird zahlungsunfähig, weil an einem bestimmten Tag das Geld für eine fällige Zahlung nicht da ist. Zwischen einem guten Auftragsbuch und einem gedeckten Konto liegen Wochen – und genau in dieser Spanne entscheidet sich, ob offene Rechnungen ein Randthema der Buchhaltung bleiben oder zur existenziellen Frage werden. Forderungsmanagement ist deshalb keine Aufräumarbeit am Ende des Auftrags, sondern Liquiditätssteuerung.

Drei Größen, die im Alltag durcheinandergeraten

Wer seine Zahlen nur einmal im Jahr sieht, verlässt sich meist auf Umsatz und Gewinn. Beide sagen nichts darüber, ob Sie morgen zahlungsfähig sind:

Umsatz
Was Sie fakturiert haben.

Die Summe Ihrer Rechnungen sagt nichts darüber, ob das Geld angekommen ist. Ein Rekordmonat kann ein Monat ohne einen einzigen Zahlungseingang sein.

Gewinn
Was rechnerisch übrig bleibt.

Eine Periodengröße aus der Buchhaltung. Sie entsteht bereits mit der Rechnung – auch dann, wenn der Kunde erst in acht Wochen zahlt oder gar nicht.

Cash-Flow
Was tatsächlich auf dem Konto bewegt wurde.

Die Differenz aus Ein- und Auszahlungen eines Zeitraums. Nur diese Größe entscheidet, ob Sie am Monatsende Löhne, Material und Steuern bezahlen können.

Der praktische Unterschied zeigt sich im Wachstum: Je mehr Aufträge Sie annehmen, desto mehr Material, Löhne und Vorleistungen finanzieren Sie gleichzeitig vor. Ein profitables Unternehmen kann deshalb gerade dann in Zahlungsschwierigkeiten geraten, wenn es gut läuft.

Der Weg vom Auftrag zum Geldeingang

Zwischen Ihrer ersten Auszahlung und dem Zahlungseingang Ihres Kunden liegen fünf Stationen. Vier davon finanzieren Sie selbst:

Auftrag und Vorleistung

Material, Löhne und Subunternehmer sind fällig, bevor ein einziger Euro hereinkommt.

Leistung erbracht

Die Arbeit ist fertig, das Kapital ist gebunden. Erst jetzt entsteht überhaupt ein Zahlungsanspruch.

Rechnung gestellt

Jeder Tag zwischen Fertigstellung und Rechnung ist ein Tag, den Sie sich selbst nehmen.

Zahlungsziel läuft

Ein Zugeständnis, kein Naturgesetz: Ohne Vereinbarung ist nach § 271 BGB sofort zu zahlen.

Stufe 1 bis 4 Diese Spanne finanzieren Sie aus eigener Substanz vor. Sie ist Ihr Kreditrahmen an den Kunden – nur ohne Zinsen, ohne Sicherheiten und ohne dass jemand darüber entschieden hätte. Jeder Tag, den Sie hier herausnehmen, kommt sofort auf Ihrem Konto an.
Zahlungseingang

Erst hier wird aus Umsatz Liquidität. Bleibt er aus, läuft die Vorfinanzierung einfach weiter.

Was ein Tag weniger Außenstand konkret wert ist

Die Länge dieser Spanne lässt sich in Euro ausdrücken. Multiplizieren Sie Ihren Tagesumsatz mit der durchschnittlichen Zahl der Tage, die zwischen Rechnung und Zahlungseingang vergehen – das Ergebnis ist der Betrag, der dauerhaft in offenen Rechnungen gebunden ist. Ein Beispiel für ein Unternehmen mit 600.000 Euro Jahresumsatz:

gebundenes Kapital = Jahresumsatz ÷ 365 × Außenstandstage
Ausgangslage
45 Tage Außenstand
rund 74.000 €
dauerhaft in offenen Rechnungen gebunden
Nach dem Aufsetzen des Prozesses
30 Tage Außenstand
rund 49.000 €
dauerhaft in offenen Rechnungen gebunden
Rund 25.000 Euro werden frei – ohne einen einzigen zusätzlichen Auftrag, ohne Preiserhöhung und ohne Kreditgespräch. Es ist Geld, das Sie bereits verdient haben und das lediglich zu spät ankommt.

Rechnen Sie den Wert für Ihr Unternehmen einmal aus. Die Zahl macht sichtbar, warum sich der einmalige Aufwand für einen festen Zahlungsprozess in aller Regel schon im ersten Quartal trägt – und warum fünfzehn Tage weniger Außenstand oft mehr bewegen als zwei zusätzliche Aufträge.

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Skonto ist der teure Weg zum selben Ziel: Zwei Prozent Nachlass dafür, dass Ihr Kunde 20 Tage früher zahlt, entsprechen rechnerisch rund 37 Prozent Zinsen im Jahr (2 ÷ 98 × 365 ÷ 20). Skonto verkürzt die Außenstandsdauer also wirksam, aber zu einem Preis, der über jedem Kontokorrentzins liegt. Es gehört deshalb kalkuliert und vereinbart – nicht gewohnheitsmäßig auf die Rechnung gedruckt.

Wo aus einer Liquiditätslücke ein Rechtsproblem wird

Die Spanne hat eine Grenze, an der sie die Rechtsform Ihres Unternehmens berührt. Zahlungsunfähig ist nach § 17 Abs. 2 InsO, wer die fälligen Zahlungspflichten nicht erfüllen kann. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs liegt sie in der Regel vor, wenn eine Deckungslücke von zehn Prozent oder mehr nicht binnen drei Wochen geschlossen wird. Bei einer GmbH oder UG folgt daraus die Antragspflicht der Geschäftsführung nach § 15a Abs. 1 InsO – ohne schuldhaftes Zögern, spätestens drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit.

Die zweite Grenze liegt bei Ihrem Kunden. Wird über sein Vermögen ein Insolvenzverfahren eröffnet, wird aus einer berechtigten Forderung eine Quote. Wer früh nachfasst, erkennt Zahlungsstörungen, solange sich noch etwas regeln lässt – eine Ratenvereinbarung, eine Sicherheit, ein Stopp weiterer Vorleistungen. Wer erst nach Monaten mahnt, steht am Ende der Reihe. Der gesetzliche Verzugszins von derzeit 10,52 Prozent bei Entgeltforderungen ohne Verbraucherbeteiligung gleicht den Schaden zwar rechnerisch aus; er ersetzt aber keine Liquidität, die Sie heute brauchen, und ist wertlos, wenn nichts mehr zu holen ist.

Sechs Stellschrauben, die der Leitfaden Ihnen dafür gibt

Der Leitfaden führt die betriebswirtschaftliche und die rechtliche Seite zusammen: Jede dieser Stellschrauben verkürzt die vorfinanzierte Spanne – und jede ist im Dokument mit Fundstelle, Formulierungsvorschlag und Handlungsschritten hinterlegt.

Beispiel aus der Praxis

Ein Handwerksbetrieb mit zwölf Mitarbeitenden schrieb Schlussrechnungen erst am Monatsende gesammelt und gewährte pauschal 30 Tage Zahlungsziel. Zwischen Fertigstellung und Rechnung vergingen im Schnitt zwei Wochen, bis zum Geldeingang weitere sechs. Der Betrieb stellte auf tagesaktuelle Rechnungsstellung mit konkretem Kalenderdatum um und vereinbarte bei Aufträgen über 5.000 Euro eine Abschlagszahlung nach der Hälfte der Bauzeit. Die Zahlungsziele blieben unverändert – der Kontokorrentkredit wurde trotzdem nicht mehr in Anspruch genommen.

Zielgruppe

Für wen dieser Leitfaden gedacht ist

Offene Posten brauchen einen Takt: ein wöchentlicher Check mit den Punkten offene Posten prüfen, Fälligkeiten überwachen, Nachfassen, Zahlungseingänge prüfen und Dokumentieren – dazu klare Verantwortung, feste Prüftermine und eine verlässliche Routine

Der Leitfaden richtet sich an Solo-Selbstständige, Freiberuflerinnen und Freiberufler sowie an kleine Unternehmen mit etwa 1 bis 25 Mitarbeitenden, die auf Rechnung mit Zahlungsziel abrechnen. Schwerpunkte sind Dienstleistung, Agentur, Handwerk, Beratung, IT und Kreativwirtschaft. Sie erkennen sich wahrscheinlich in einer dieser Situationen wieder:

Juristische Vorkenntnisse brauchen Sie nicht: Fachbegriffe werden bei der ersten Nennung erklärt und im Glossar geführt. Nicht gedacht ist der Leitfaden für Inkassounternehmen, Rechtsdienstleister, Kanzleien, Steuerberatungen sowie für die Finanz- und Versicherungswirtschaft.

Beispiel aus der Praxis

Ein Grafikbüro mit vier Mitarbeitenden arbeitete jahrelang „per Zuruf“. Bei zwei größeren Projekten kürzte ein Kunde die Schlussrechnung mit dem Hinweis, bestimmte Leistungen seien nie beauftragt gewesen. Das Büro führte eine kurze schriftliche Auftragsbestätigung mit Leistungsumfang, Preis und Zahlungsziel ein und ließ Nachträge per E-Mail freigeben. Die Diskussionen über den Leistungsumfang hörten auf.

Das Wichtigste in Kürze

Sieben Punkte, die den Unterschied machen

Diese Kernaussagen ziehen sich durch den gesamten Leitfaden. Jede einzelne ist im Dokument mit Fundstelle, Praxisbeispiel und konkreten Handlungsschritten hinterlegt.

Inhalt

Sieben Kapitel – vom Vertrag bis zur Verjährung

Der Weg einer Forderung in sieben Kapiteln: Liquidität gestalten, Partner und Konditionen, Rechnung und Zahlungsziel, gestufter Mahnprozess, Zahlungsverzug und Nebenforderungen, Übergabe an Inkasso oder Anwalt, Verjährung im Blick

Der Leitfaden folgt dem Weg einer Forderung: von der Gestaltung vor dem Auftrag über Rechnung und Mahnprozess bis zu der Frage, wann eine Übergabe sinnvoll ist. Jedes Kapitel schließt mit konkreten Handlungsschritten, einem Praxisbeispiel und den häufigsten Rückfragen.

Kapitel 1 / 7

Liquidität ist gestaltbar – und das ist Ihr eigentlicher Hebel

Warum Forderungsmanagement eine Gestaltungsaufgabe am Anfang des Auftrags ist und nicht eine lästige Pflicht an seinem Ende. Mit den vier organisatorischen Schritten, die den größten Teil der späteren Mahnarbeit ersparen.

Kapitel 2 / 7

Vor dem Vertrag – Partner, Konditionen und Sicherheiten

Wen Sie eigentlich vor sich haben: Unternehmer oder Verbraucher – und was daran für Verzugszins, Pauschale und Hinweispflichten hängt. Dazu die Grenzen zulässiger Zahlungsziele (§ 271a BGB, § 308 Nr. 1a BGB), risikobasierte Bonitätsprüfung und die fünf Sicherungsinstrumente von der Anzahlung bis zur Bauhandwerkersicherung.

Kapitel 3 / 7

Rechnung, Zahlungsziel und Skonto richtig setzen

Wenige Zeilen entscheiden darüber, ob der Verzug später ohne Mahnung eintritt: konkretes Kalenderdatum statt „zahlbar sofort“, der zwingende Hinweis auf Verbraucherrechnungen und Skonto als Vereinbarung statt als Rechnungsaufdruck – samt der zwei Konstellationen, die Gerichte bereits beanstandet haben.

Kapitel 4 / 7

Der gestufte Mahnprozess

Zwei oder drei Stufen, welche Fristen dazwischen kaufmännisch üblich sind und was eine Mahnung rechtlich überhaupt enthalten muss. Mit den Voraussetzungen einer Auskunfteimeldung – und den Formulierungen, die gegen Sie wirken.

Kapitel 5 / 7

Zahlungsverzug – und was Sie dann verlangen können

Die sechs Konstellationen, in denen Verzug eintritt, aktuelle Verzugszinssätze mit Stichtag, die 40-Euro-Pauschale samt Anrechnungsregel und die Frage, welche Nebenkosten wirklich ersatzfähig sind – einschließlich der BGH-Urteile vom 11. Juni 2026 zu Bonitätsauskünften.

Kapitel 6 / 7

Vom eigenen Mahnwesen zur anwaltlichen Durchsetzung

Wann die Übergabe sich lohnt – auch bei kleinen Beträgen, für die es keine gesetzliche Bagatellgrenze gibt. Mit einer Orientierung nach Forderungshöhe, dem Unterschied zwischen Inkassodienstleister und Anwaltschaft und der Liste dessen, was in eine übergabefertige Akte gehört.

Kapitel 7 / 7

Die Verjährung im Blick behalten

Die einzige Frist, die eine berechtigte Forderung praktisch wertlos machen kann: drei Jahre ab Jahresende. Warum Ihre eigene Mahnung sie nicht anhält, was Hemmung von Neubeginn unterscheidet und weshalb eine einzige Abschlagszahlung die volle Frist neu startet.

Werkzeuge

Was Sie neben den Kapiteln bekommen

Der fachliche Teil erklärt die Regeln – der Anhang setzt sie um. Diese sechs Werkzeuge sind darauf ausgelegt, dass Sie am Tag nach dem Lesen anfangen können.

Umsetzungsfahrplan

Diese Woche, diesen Monat, dieses Quartal

Vierzehn Schritte, jeweils mit Zuständigkeit und geschätztem Aufwand – von „eine Person für offene Forderungen benennen“ (15 Minuten) bis zum Verjährungskalender.

Checkliste

Fünfzehn Fragen zum Ausdrucken

Vom vollständig erfassten Vertragspartner über den Hinweis nach § 286 Abs. 3 BGB bis zur Frage, welche Themen an die Steuerberatung statt an die Rechtsberatung gehören.

Mustertexte

Vier Formulierungsbausteine

Zahlungserinnerung, Mahnung und letzte außergerichtliche Aufforderung sowie eine Fälligkeits- und Skontoklausel für Angebot und Auftragsbestätigung – mit gekennzeichneten Stellen zum Anpassen.

Selbsttest

Wie belastbar ist Ihr Zahlungsprozess?

Zehn Aussagen zum Ankreuzen und eine Auswertung in drei Stufen, die Sie gezielt zu den Kapiteln führt, bei denen sich der Einstieg für Sie am meisten lohnt.

Fristen

Termine und Fristen im Überblick

Zwei Tabellen: die Fristen aus dem laufenden Forderungsprozess mit Fundstelle – und die Kalendertermine samt angekündigter Änderungen mit Statusangabe.

Glossar

Begriffe kurz erklärt

Abnahme, Basiszinssatz, Fälligkeit, Hemmung, Mahnung, Neubeginn, Skonto, Verjährung und Verzug – jeweils in zwei Sätzen, ohne juristische Vorkenntnisse.

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Praxishinweis: Die Mustertexte sind ein Ausgangspunkt, kein fertiges Dokument. Nebenforderungen gehören nur hinein, wenn ihre Voraussetzungen im Einzelfall vorliegen – die 40-Euro-Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB etwa nur gegenüber Schuldnern, die keine Verbraucher sind.

Zeitplan

Termine, die Ihren Zahlungsprozess betreffen

Einige Rechengrundlagen und Rechtsgrundlagen ändern sich zu festen Terminen. Wer sie kennt, muss seine Vorlagen nicht zweimal anfassen:

seit 01.07.2026
Basiszinssatz 1,52 Prozent

Daraus ergeben sich rechnerisch 6,52 Prozent Verzugszinsen gegenüber Verbrauchern und 10,52 Prozent bei Entgeltforderungen ohne Verbraucherbeteiligung. Der Wert gilt bis zur nächsten Bekanntgabe.

21.10.2026
BGH-Verkündungstermin zum Auskunftsanspruch über den Score

In den Verfahren I ZR 227/25 bis I ZR 230/25; der Termin betrifft Nutzer von Bonitätsauskünften. Der Ausgang ist offen, der Termin kann verlegt werden.

20.11.2026
§ 31 BDSG wird durch § 37a BDSG ersetzt

Wer Bonitätsauskünfte nutzt oder Negativdaten einmeldet, stellt die Prüfung zu diesem Zeitpunkt um. Das Gesetz vom 12. Mai 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 139) ist verabschiedet, aber noch nicht anwendbar.

01.01.2027
Nächste Festsetzung des Basiszinssatzes

Die Höhe steht noch nicht fest (§ 247 BGB). Zeitgleich beginnt die Ausstellungspflicht für elektronische Rechnungen ab 800.000 Euro Gesamtumsatz 2026 – ein steuerrechtliches Thema für Ihre Steuerberatung.

01.01.2028
E-Rechnung flächendeckend

Die Ausstellungspflicht gilt dann praktisch für alle Unternehmen; Ausnahmen bestehen unter anderem bis 250 Euro und für Kleinunternehmer.

Beispiel aus der Praxis

Ein Ingenieurbüro sammelte kleinere Restbeträge in einer Liste „später klären“. Bei einer Durchsicht im Oktober zeigte sich, dass ein Teil davon aus dem Jahr 2023 stammte und zum Jahresende verjährt wäre. Das Büro entschied für jede Position einzeln – Weiterverfolgung, Ratenangebot oder bewusster Verzicht – und führte danach eine jährliche Herbstprüfung ein.

Wenn Fragen konkreter werden: der LEGAL SMART Rechtsschutz mit unbegrenzter Rechtsberatung, Dokumenten- und Vertragsprüfung, interner Mahnrichtlinie, Datenschutz bei Bonitätsprüfungen, vorgerichtlichem Forderungsmanagement und außergerichtlicher Vertretung
Kostenloses Erstgespräch

Wenn die Fragen konkreter werden als jeder Leitfaden

Der Leitfaden beantwortet die allgemeinen Fragen. Die Fragen aus Ihrem Alltag sind konkreter: Ist diese Klausel in den Einkaufsbedingungen meines Kunden wirksam? Ist bei dieser Rechnung Verzug eingetreten? Darf ich diese Forderung einmelden? Solche Fragen wirken einzeln zu klein für ein Mandat – daran scheitert die Umsetzung häufig, nicht am fehlenden Wissen.

Genau dafür gibt es das Erstgespräch mit Rechtsanwalt Guido Kluck, LL.M. Sie schildern Ihre Frage, er ordnet sie ein und sagt Ihnen, was der nächste sinnvolle Schritt wäre – telefonisch, unverbindlich und kostenlos. Typische Anlässe:

Termin auswählen – kostenlos und unverbindlich

Wählen Sie im Kalender einen Termin, der Ihnen passt. Sie schildern Ihr Anliegen kurz im Buchungsformular und werden zum vereinbarten Zeitpunkt angerufen.

Rahmen des Erstgesprächs: Es dauert bis zu 15 Minuten und dient der ersten Orientierung. Die Prüfung von Verträgen, Rechnungen oder sonstigen Unterlagen ist nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs nicht Bestandteil einer kostenlosen Erstberatung; sie erfolgt im Rahmen eines Mandats.

Kostenloser Leitfaden

Den Leitfaden „Schneller bezahlt werden“ kostenlos anfordern

Sieben Kapitel von der Vertragsgestaltung bis zur Verjährung – dazu ein Umsetzungsfahrplan für Woche, Monat und Quartal, eine Checkliste zum Ausdrucken, vier Mustertexte für Zahlungserinnerung, Mahnung, letzte Aufforderung sowie Fälligkeits- und Skontoklausel, ein Selbsttest mit Auswertung, eine Fristenübersicht und ein Glossar. Sie erhalten den Leitfaden im Anschluss per E-Mail.

Danke! Der Leitfaden ist unterwegs zu Ihnen.
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Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen zum Forderungsmanagement

Was kostet der Leitfaden?

Nichts. Sie fordern ihn über das Formular auf dieser Seite an und erhalten ihn im Anschluss per E-Mail.

Was ist der Unterschied zwischen Gewinn und Cash-Flow?

Der Gewinn ist eine Rechengröße der Buchhaltung und entsteht bereits mit der Rechnungsstellung. Der Cash-Flow ist die Differenz aus tatsächlichen Ein- und Auszahlungen eines Zeitraums. Nur der Cash-Flow entscheidet darüber, ob Sie am Monatsende Löhne, Material und Steuern bezahlen können.

Mein Unternehmen ist profitabel. Kann ich trotzdem in Zahlungsschwierigkeiten geraten?

Ja. Gewinn und Liquidität fallen zeitlich auseinander: Sie finanzieren Material, Löhne und Subunternehmer vor, während das Geld Ihrer Kunden erst Wochen später eingeht. Wächst der Auftragsbestand, wächst diese vorfinanzierte Spanne mit – ein profitables Unternehmen kann deshalb gerade im Wachstum zahlungsunfähig werden.

Wie viel Geld bindet ein Zahlungsziel eigentlich?

Als Faustformel: Jahresumsatz geteilt durch 365, multipliziert mit der durchschnittlichen Außenstandsdauer in Tagen. Bei 600.000 Euro Jahresumsatz und 45 Tagen Außenstand sind das rund 74.000 Euro, die dauerhaft in offenen Rechnungen gebunden sind. Bei 30 Tagen wären es rund 49.000 Euro.

Ist Skonto ein gutes Mittel, um schneller an Geld zu kommen?

Es wirkt, ist aber teuer. Zwei Prozent Skonto für eine Zahlung 20 Tage vor dem regulären Ziel entsprechen rechnerisch rund 37 Prozent Zinsen im Jahr. Skonto lohnt sich deshalb nur, wenn Sie diesen Preis bewusst mit Ihren eigenen Finanzierungskosten vergleichen – und es verändert weder Fälligkeit noch Verzugseintritt.

Gelten für kleine Unternehmen erleichterte Regeln?

Nein. Das Forderungsrecht knüpft nicht an die Unternehmensgröße an. Erleichterungen bestehen nur punktuell, etwa bei der Anwaltsgebühr für unbestrittene Forderungen bis 50 Euro.

Lohnt sich ein fester Prozess bei zehn Rechnungen im Monat?

Das ist Ihre unternehmerische Entscheidung. Für sie spricht, dass der Aufwand fast vollständig beim einmaligen Aufsetzen anfällt.

Mein Kunde besteht auf 60 Tagen Zahlungsziel. Ist das zulässig?

Bis 60 Tage bewegt sich eine Individualvereinbarung innerhalb der gesetzlichen Grenze. Darüber hinaus ist sie nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart und nicht grob unbillig ist.

Muss ich vor jedem Auftrag eine Bonitätsauskunft einholen?

Nein. Bei personenbezogenen Daten setzt die Abfrage ein berechtigtes Interesse und damit ein reales Ausfallrisiko voraus.

Reicht der Aufdruck „2 Prozent Skonto bei Zahlung binnen 10 Tagen“ auf der Rechnung?

Nach herrschender Auffassung nicht, wenn der Vertrag schweigt. Die instanzgerichtliche Praxis ist uneinheitlich; die vertragliche Vereinbarung ist der verlässliche Weg.

Darf ich einen Auskunfteieintrag ankündigen?

Nur, wenn eine Einmeldung tatsächlich vorgesehen und rechtlich zulässig ist. Als bloßes Druckmittel ist die Ankündigung ungeeignet.

Kann ich meinem Privatkunden 40 Euro Verzugspauschale berechnen?

Nein. Der Anspruch besteht nur, wenn der Schuldner kein Verbraucher ist. Gegenüber Verbrauchern kommt nur der tatsächlich ersatzfähige Verzugsschaden in Betracht.

Bekomme ich die Kosten einer Bonitätsauskunft über meinen Kunden erstattet?

Nach den BGH-Urteilen vom 11. Juni 2026 grundsätzlich nicht. Eine Ausnahme setzt voraus, dass Sie Tatsachen darlegen und beweisen, aufgrund deren Sie die Auskunft für erforderlich halten durften.

Inkassodienstleister oder Anwalt – was ist günstiger?

Bei den erstattungsfähigen Kosten gleicht § 13e Abs. 1 RDG die Beträge an. Der Unterschied liegt eher in der Zuständigkeit bei bestrittenen Forderungen.

Was passiert, wenn mein Kunde Widerspruch einlegt?

Dann kommt eine Überleitung in das streitige Verfahren in Betracht. Die weiteren Schritte und das Kostenrisiko sind dann gesondert zu bewerten.

Ist meine Forderung nach drei Jahren erloschen?

Nein. Die Verjährung wirkt als Einrede. Erhebt Ihr Kunde sie, können Sie den Anspruch allerdings nicht mehr durchsetzen.

Hilft eine Ratenzahlungsvereinbarung gegen die Verjährung?

Sie enthält in der Regel ein Anerkenntnis mit Neubeginn nach § 212 Abs. 1 Nr. 1 BGB. Die konkrete Wirkung hängt von der Formulierung ab und sollte geprüft werden.

Betrifft mich die Pflicht zur elektronischen Rechnung schon?

Die Empfangspflicht besteht seit dem 1. Januar 2025 für alle Unternehmen. Ob und ab wann die Ausstellungspflicht Sie trifft, klären Sie mit Ihrer Steuerberatung.

Redaktionsstand: September 2026. Rechts- und Recherchestand der zugrunde liegenden Recherche: 21. August 2026, Korrekturstand 2. September 2026.

Geltungsbereich: Deutschland einschließlich unmittelbar geltendem EU-Recht. Österreichisches und schweizerisches Recht bleiben außer Betracht; grenzüberschreitende Forderungen werden nicht behandelt.

Charakter des Leitfadens: Er vermittelt allgemeine Informationen und erteilt keinen Rechtsrat im Einzelfall. Ob eine beschriebene Regel auf Ihren Fall zutrifft, hängt von Umständen ab, die der Leitfaden nicht kennen kann. Die enthaltenen Muster sind ein Ausgangspunkt und bedürfen der Anpassung an den konkreten Sachverhalt.

Herausgeber: LEGAL SMART Rechtsanwaltsgesellschaft mbH